Teile diesen Artikel gerne:

Sorry aber: ich möchte gerade im großen Strahl kotzen, wenn ich mir anschaue, was in Hamburg los ist. 15 Minuten Autofahrt von unserem trauten Heim entfernt, haben vermummte Krawallos Fensterscheiben eingeworfen, ganze Läden zerstört & geplündert und mit Molotow-Cocktails durch die Gegend geworfen, als wären es Luftschlangen. Die Schanze sieht aus wie ein Kriegsgebiet und überall in Hamburg sieht man ausgebrannte Autos, Verwüstung und fassungslose Anwohner. Wie kann das sein? Wo kommt diese absolut hirnlose Aggression her? Warum eskaliert eine Demo, die als Statement gegen Krieg und Klimawandel stehen sollte in einem absoluten Chaos? Und was um Gottes Willen hat der G20 überhaupt in der schönsten Stadt der Welt zu suchen? Mir fehlen echt die Worte und ich bin momentan einfach nur froh, dass ich mit meiner Familie nicht mehr mitten in der Stadt wohne (Spießigkeit hin oder her).

Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfaehigen (Isaac Asimov)

Ich bin mir sicher, dass der Großteil des schwarzen Blocks von irgendwelchen Vollidioten aus den unterschiedlichsten Käffern Europas besetzt ist, die aus lauter Langeweile anreisen, um ihre Aggressionen ausleben zu können. Das hat weder etwas mit Demonstration zu tun, noch geht es um irgendeinen politischen Hintergrund. Denn die einzigen, die wirklichen Grund zum Aufschrei haben, sind wohl die Hamburger. Der Kiosk-Besitzer in der Schanze, der ein Wochenende lang nicht eine einzige Packung Kaugummi verkaufen kann, dem Ladenbesitzer, dem sämtliche Scheiben eingeschlagen wurden, dem kleinen Bürger, dessen hart erarbeitete Karre abgebrannt ist und den tausenden Anwohnern, die sich ein ganzes Wochenende voller Angst in ihren Buden barrikadieren. Und wenn dann noch ein Mehmet Yildiz von den Linken seine Hühnerbrust aufbläst, um die Schuld auf die Polizei zu schieben, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

In solchen Momenten kommt in mir manchmal wirklich die Frage auf: darf man noch Kinder in eine solche Welt setzen? Und im nächste Atemzug denke ich mir: ich jammer hier gerade auf hohem Niveau. Denn von solchen Kack-Aktionen mal abgesehen, geht es uns hier in Deutschland, Hamburg oder auch dem letzten Dorf im Speckgürtel doch super gut. Ich bin jedenfalls froh und sehr dankbar, dass ich mit meinen Söhnen hier leben kann. Dass ich keinen Krieg und keinen Hunger kenne. Wäre ich vor 34 Jahren in Syrien geboren, würde es mir gerade sicherlich ganz anders gehen. Und klar, jeder von uns hat wohl Angst vor dem Terror. Aber Arschlöcher gibt es immer und überall. Dennoch sollten wir alles dafür tun, dass es in der nächsten Generation ein Dutzend weniger davon gibt. Denn eines der schönsten Eigenschaften der kleinen Knirpse ist es doch, dass sie in jungem Alter noch jeden Menschen so nehmen wie er ist – ganz egal ob dick oder dünn, schwarz oder weiß, reich oder arm…

Die Welt mit Kinderaugen sehen

Herbert Grönemeier hat es in seinem Song schon auf den Punkt gebracht, wenn er sagt: “Die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende. Denn dann gäbe es kein Gut oder Böse, keine Rechte und keine Pflichten, sondern Zahnlücken und Erdbeereis auf Lebenszeit”. Ich glaube, dass sich viel mehr Menschen etwas von der kindlichen Naivität abgucken sollten, um vorurteilsfreier durch die Welt zu gehen und friedlich miteinander leben zu können. Ich für meinen Teil werde jedenfalls versuchen meine Jungs vor Intoleranz und Feindseligkeit zu schützen und sie zur kulturellen Offenheit erziehen. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass man Politik auch spielerisch vermitteln kann. Dann werden Menschen wie die schwarz gekleideten Idioten der letzten Tage eben zu den Voldemorts unter den Harry Pottern der Welt – denn das hat definitiv nichts mit Autonomie zu tun. Dass keiner Bock darauf hat, einen Trump, einen Putin oder Erdogan in Hamburg zu wissen ist absolut logisch, und wenn ich nicht zwei kleine Babies zuhause hätte, hätte ich sicherlich auch laut mit demonstriert. Aber eben friedlich und ohne Gewalt, so wie es sein soll und wie es Aktionen wie “lieber tanz ich als G20″ oder die laute und bunte Fahrrad-Demo” gezeigt haben.

NOCH interessieren sich meine Jungs nur für Schaf und Giraffe…

Nun denn, bis meine Jungs solche Missstände verstehen, geht Gott sei Dank noch sehr viel Zeit ins Land. Und hoffentlich wachen bis dahin einige Menschen auf und handeln mit Liebe und Verstand statt mit Gewalt und Terror. Das würde ich mir jedenfalls für die Zukunft der beiden kleinen Stinker wünschen. Ich möchte ihnen nämlich nur sehr ungern erklären müssen, warum es Menschen gibt, die wahllos mit Steinen und Flaschen auf andere Menschen werfen. Warum es Krieg gibt und wann er aufhört. Und wenn ich es dann doch irgendwann erklären muss, möchte ich meinen Söhnen sagen können, dass sie keine Angst haben müssen, weil es viel mehr gute als böse Menschen auf dieser Erde gibt.

In diesem Sinne, auf einen hoffentlich friedlichen Ausklang dieses so traurigen Wochenendes

Janna und ihre Doppelherzchen [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”] [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”]

Teile diesen Artikel gerne: