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Sie sind wie Tag und Nacht – unsere Doppelherzchen. Und doch merken sie sofort, wenn der andere fehlt. Wer will schon alleine im Bettchen liegen, wenn man einen Zwillingsbruder hat, der schnauft wie ein Pferd, im Traum brabbelt oder dem anderen wild gestikulierend die Finger durchs Gesicht zieht? Unsere Jungs jedenfalls nicht. Vor allem der Zappelzwilling kann auf gar keinen Fall alleine liegen bleiben, wenn Mama oder Papa sich dem Bruder widmen. Denn wie ich schon während der Schwangerschaft vermutet habe, will er immer der erste sein: ob bei der Raubtierfütterung, beim Wickeln oder auch einfach nur wenn’s um die nächste Kuscheleinheit geht. Lasse versucht immer seinen Dickkopf durchzusetzen und brüllt uns in Grund und Boden, wenn er nicht vorgezogen wird – während Levi total gechillt abwartet bis sein Bruder fertig ist und erst zu quaken beginnt, wenn er zu lange alleine liegt.

Für uns ist das natürlich ganz praktisch, denn so steht die Reihenfolge direkt und man hat immer einen kleinen Vorsprung, um beiden gerecht zu werden. Vor allem, mit dem Hintergedanken, dass ich in 5 Wochen alleine mit den Zwergen bin und tagsüber keinen Papa mehr habe, der helfen kann – einer muss ja die Brötchen verdienen 😉 Natürlich wird Lasse nicht bevorzugt, nur weil er derjenige ist, der am lautesten schreit. Er wacht nur einfach fast immer zuerst auf und will ran an die Milchbar oder den Wickeltisch, während sich sein Bruder in allem ein wenig Zeit lässt und es der Mama somit einfacher macht.

Bruderliebe

Wie im Bauch, so auch auf der Welt

Fakt ist: mein Bauchgefühl hat sich komplett bestätigt. Vielmehr noch: ich entdecke jetzt an den Jungs Bewegungen, die ich vorher, als sie noch in meinem Bauch waren, oft nicht deuten konnte. Levi z.B. zuckt oft extrem zusammen, so als hätte er sich erschreckt und schlägt dabei immer wild mit den Händen um sich – Pech für seinen Bruder, denn der bekommt dann auch mal was ab. Quasi die Revanche zu Lasses ewigem Getrampel, dass der kleine Mann nach wie vor an den Tag legt. Er ist und bleibt der Zappelzwilling, der sich ständig reckt und streckt und mit Händen und Füßen eine neue Tanzeinlage übt. Und das verrückte ist: für seine 1,5 Wochen hat er schon wahnsinnig viel Kraft. Er schafft schon jetzt eine halbe Drehung und wenn er erstmal einen Finger von mir erwischt hat (oder gar Haare – immer schön Zopf tragen, kann ich nur raten), dann muss man ganz schön kämpfen, um sich aus dem Babygriff zu lösen. Da kann sich sein Brüderchen Levi noch eine Scheibe von abschneiden – obwohl er 2cm größer ist und ein bisschen mehr auf die Waage bringt teilt er sich die Kräfte gut ein und setzt lieber auf den Sparmodus “Schlafen und wenig Kalorien verbrauchen”. Ihn würde ich als Feinmotoriker bezeichnen, der mit Vorliebe Modelposen einnimmt und mit seinen kleinen Patschehändchen so mancher Flamencotänzerin Konkurrenz macht.

Zappelzwilling LiebeZusammengefasst kann man sagen, dass sich unsere Boys wahnsinnig gut ergänzen und trotz ihrer Unterschiede – oder eben gerade wegen ihnen – super gut zusammen passen. Ich bin jedenfalls wahnsinnig stolz auf sie und kann mir den Alltag schon gar nicht mehr ohne Gepupse, Bäuerchen und die witzigsten Mimiken überhaupt vorstellen. Auch wenn jeder von den beiden so seine Macken hat. Der Chiller Levi bringt einen manchmal zur Verzweiflung, weil er quasi zu relaxed ist… denn sobald er drei Sögen an der Brust gemacht hat, schläft er auch schon wieder tief und fest und man muss sich so einiges einfallen lassen, um ihn bei der Stange zu halten und ihn zum Weitertrinken zu animieren. Lasse hingegen ist das absolute Gegenteil: er brüllt sich richtig in Rage wenn er Hunger hat und ihm alles zu lange dauert – und dann geht nix mehr. Er wackelt dann so hektisch mit dem Kopf, dass man ihn kaum anlegen oder im den Flaschensauger in den Mund schieben kann und wenn er ihn dann nach einigen Anläufen erfasst hat, trinkt er, als würde es um Leben und Tod gehen – allerdings nur so lange, bis er sich verschluckt und dann alles in einem riesen Schwall über Mamas schicke Stillmode kotzt.

Von Stillproblemen zu witzigen Kacka-Gesichtern

Nun denn, so ist es nunmal – und trotzdem kriegen die beiden genug Futter ab, um uns und die Hebamme glücklich zu machen und täglich mehr auf die Wage zu bringen. Und wenn sie nach der stressigen Stillphase erstmal die lustigen Gesichter beim Kacka machen ziehen, liegen Michi und ich am Boden. Lasses Mundwinkel wandern beim Drücken stets nach oben und er sieht aus wie ein Clown, dann blinzelt er kurz, um zu gucken ob auch keiner guckt und macht sich fröhlich weiter an sein Geschäft. Levi hingegen presst die Augen so doll zusammen, dass er aussieht wie ein Chinese mit Mäusenase und krauser Stirn – und es ist herrlich anzusehen, wie sich anschließend die Spannung in seinem Gesicht zu absoluter Erleichterung wandelt. Achja, was soll ich sagen: die Zeit mit den Jungs ist einfach großartig und da sie mindestens alle 3 Stunden unsere Aufmerksamkeit verlangen, haben wir so schon so einige Stunden miteinander verbracht und uns schon sehr gut aneinander gewöhnt. Ich will jedenfalls keiner dieser Augenblicke missen, auch wenn einige sehr anstrengende dabei waren. Mal sehen, ob sich unsere Eindrücke weiterhin durchsetzen, oder schon bald die nächste Phase beginnt – denn davon gibt es ja so einige.

Ich freue mich schon drauf und bin gespannt auf alles, was noch kommt.

Alles Liebe wünschen
Janna mit Lasse & Levi [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”] [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”]

 

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