Mittlerweile bin ich im 8. Monat mit Zwillingen. Genauer gesagt: in der 33. Woche. Und trotz 5 Kilo reinem Babygewicht und weiteren 15 Kilo für 2x Gebärmutter, 2x Fruchtwasser und so weiter… kann ich mich noch auf den Beinen halten, komme trotzdem an meine Fußspitzen und gehe regelmäßig spazieren (zugegeben, besonders graziös sieht es nicht mehr aus, aber ich mache Strecke). Ist doch eigentlich verrückt oder? Da pressen 20 Kilo Bauch auf einen ein und werden komplett vom Beckenboden gehalten…

Klar, den Druck spüre ich natürlich und ich will auch nicht leugnen, dass das Ziepen und Pieksen immer stärker wird (das wäre ja sonst auch echt ein Wunder) aber ich habe 0,0 Rückenschmerzen, weder Wasser in den Beinen noch in den Händen, habe gefühlt nur am Bauch zugenommen und bin nicht so eingeschränkt, als das ich den ganzen Tag nur herumliegen würde. Im Gegenteil: Yoga gehört noch immer zum Tagesprogramm und ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass diese 30-60 Minuten Entspannung und Körperdehnung der Schlüssel für meine aktuelle Körperform sind.

Seit dem 4. Monat einmal die woche zum Schwangerschaftskurs

Ich hatte das große Glück, dass eine Freundin, die auch noch gleich um die Ecke wohnte (ja, leider Vergangenheitsform *schluchz*. Zum einen, was den Wohnort betrifft aber auch, weil ihr kleiner Wurm nun da ist und mich in absoluter Schockverliebtheit daran erinnert, dass auch meine Dickbauchzeit bald zu Ende ist) 2 Monate vor mir ihre Schwangerschaft verkündete. Das ist wirklich großartig, wenn man jemanden hat, der das Gleiche durchlebt und einen durch den kleinen Vorsprung auch noch regelmäßig updaten kann.  Und der vor allem, ein ähnliches Interesse daran hat, sich einer Schwangerschaftsyoga Gruppe anzuschließen, um einmal die Woche unter professioneller Anleitung herumzuturnen. Wir entschieden uns für einen Kurs bei Glow am Freitag Abend, zu dem wir gemeinsam watscheln konnten und den Termin meist zum Anlass nahmen, danach noch irgendwo was leckeres zu schnabulieren oder auf einen Plausch und eine köstliche Apfelschorle in einer der zahlreichen Bars am Großneumarkt in Hamburg einzukehren. Ich hatte bereits vorher Yoga gemacht, wollte mir aber ein Bild davon machen, was man als Schwangere überhaupt noch alles darf und wo der Unterschied liegt. Zum Glück waren die Yogalehrer bei Glow super, die Kugelfisch-Gruppe total angenehm und wir lernten jede Menge Asanas und Übungen, die man auch zuhause gut anwenden kann.

Wichtig war mir, dass man beim Schwangerschaftsyoga Übungen lernt, die gezielt den Rücken und Beckenboden stärken. Schließlich ist gerade letzteres enorm wichtig, um trotz des hohen Drucks standhaft zu bleiben und dafür zu sorgen, dass die Twins nicht zu früh heraus plumpsen 😉 Ausgestiegen wäre ich allerdings sofort, wenn es zu pränatal geworden wäre und man Anweisungen wie “jetzt atmen wir mal in unserer Gebärmutter” bekommen hätte oder gar mit irgendwelchen Körperteilen unter der Gürtellinie Kontakt aufgenommen hätte –  nicht nur, dass ich mich bei so einem Quatsch hart totlachen muss, ich hätte die Yogalehrerin wohl auch nicht mehr ernst nehmen können. Allerdings habe ich auch von solchen Kursen schon oft gehört und bin froh, dass ich nicht versehentlich in einem solchen gelandet bin. “In die Gebärmutter atmen, hahahaha, ich lach mich tot”.

Herabschauender Hund oder doch eher Haengebauchschwein?

Beweglich bleiben und Schwangerschaftswehwehchen vorbeugen, das sind für mich wesentliche Ziele, die ich dank des Yogas erreichen konnte. Aber eben auch das schnelle “Abschalten” und das “gezielte Atmen”, das nicht nur für mich gut ist, sondern auch den Jungs absolut zugute kommt. Ich gebe zu, bei den abschließenden Entspannungsübungen im Yoga-Kurs bin ich meist kurz vor “einpennen”. Aber ich habe mittlerweile eben auch gelernt, mich für eine Viertelstunde zuhause hinzuhocken und dank einiger Atemtechniken und sanften Bewegungen einfach mal an nichts mehr zu denken, was mich stresst oder mir ständig durch den Kopf geht. Wenn man jemand ist, der ständig Hummeln im Hintern hat und schlecht “nichts tun” kann, wie ich, ist das eine super Geschichte, um mal wieder klar zu kommen. Und naja, was soll ich sagen: die Asanas wie der herabschauende Hund sahen anfangs noch ganz okay aus, mittlerweile erinnern sie allerdings mehr an ein herabschauendes Hängebauchschwein – aber hey, sie stärken die Muskulatur, sorgen für eine gute Durchblutung und solange man nicht gerade wieder von Sodbrennen gequält wird kann man sie easy peasy in den Alltag einbauen.

Fakt ist: mir tut Yoga absolut gut und ich rolle noch immer alle 2 Tage die Matte im Wohnzimmer aus. Im ersten Trimester habe ich allerdings komplett verzichtet, um kein Risiko einzugehen. Zwar kann man auch in den ersten 3 Monaten sanfte Übungen praktizieren, aber mir was das alles zu heikel. Denn logischerweise fühlt man sich so ohne Bauch noch nicht wirklich schwanger und weiss eben noch nicht, was für die wachsenden Babies gut oder schlecht ist (das merkt man später ganz deutlich, wenn sich die Zwerge bei einigen speziellen Übungen durch starkes Treten beschweren oder aber durch die Tiefenentspannung sofort einschlummern). Sobald die kritische Phase jedoch durch ist und man sich nicht mehr ganz so müde und träge fühlt, kann ich es nur jedem empfehlen. Zumal viele Krankenkassen auch die Kosten für einen Kurs übernehmen oder sich zumindest beteiligen. Vielleicht wäre ich auch ohne die regelmäßige Yoga-Auszeit top fit, beim Gedanken an die Geburt super entspannt und wäre stolz darauf nur wenige Wehwehchen zu bejammern, aber ich bin mir ziemlich sicher: schaden tut es mir nicht und was mir gut tut ist auch für die Boys super.

In diesem Sinne “Namasté” und viel Spaß beim turnen – ob mit Dickbauch oder ohne.

Deine Janna [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”] [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”]