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Ich habe es getan: ich habe mir tatsächlich eine Nähmaschine gekauft. Und verrückterweise bin ich weiter gekommen, als bis zu dem Versuch das Garn einzufädeln – denn zugegebenermaßen ist der letzte Nähversuch schon hieran gescheitert. Und zwar, als ich mir die Maschine meiner Schwägerin auslieh, um Gardinen zu kürzen. Könnte daran liegen, dass Geduld nicht gerade meine Stärke ist, oder daran, dass Gardinen eben nicht so spannend sind, wie Babykleidung. Zudem hat meine neue Maschine nun einen automatischen Nadeleinfädler (Yeah, was für eine geniale Erfindung).

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: projekt Nummer 1

Nachdem ich also zahlreiche Servietten, Stoffreste und alte T-Shirts missbraucht habe, um ein Gefühl für die Maschine, die unterschiedlichen Stiche und Stoffe zu bekommen, sollte es mit süßen Dingen für die Twins losgehen. Mein erstes Projekt waren Fühlkissen für Babys mit unterschiedlichen Effekten (knistern, klappern, rascheln). Also quasi kleine Kissen, die mit diversen Materialien gefüllt werden.

Baby Fühlkissen

Somit konnte ich also nach einigen verkorksten Anläufen irgendwann sagen: “Kissen – kein Problem! Her mit den größeren Herausforderungen!” Die Wahl fiel auf eine Babypumphose nach der kostenlosen Anleitung von Lybstes. Und Fuchs wie ich einer bin, wagte ich mich erstmal nicht alleine ran, sondern hielt mir den Rücken durch meine persönliche Näh-Expertin frei: meine Schwester Birte. Also erstmal in den nächsten Stoffladen, um sich ordentlich einzudecken und loslegen…

Projekt 2: Babypumphosen. Das brauchst du: 

  • Ein Schnittmuster für eine Pumphose in Größe 50-56, das du hier bekommst. 
  • Jerseystoff – ich habe mich für diesen niedlichen Äffchen-Jersey entschieden und einen halben Meter mitgenommen.
  • Eine passende Jerseynadel für deine Nähmaschine
  • Bündchenstoff in einer Farbe deiner Wahl (auch davon hab ich nen halben Meter genommen, sicher ist sicher)
  • Kleine Klammern (Tipp meiner Sis, statt Nadeln – suuuuper praktisch)
  • Garn, Schere und selbstverständlich eine Nähmaschine

Die Anleitung fuer Laien wie mich:

Nachdem du das Schnittmuster ausgedruckt und ausgeschnitten hast, musst du es nur noch richtig auf dem Stoff platzieren. Also den Jersey doppelt legen und die Klappkante (bzw. den Bruch, wie ich gelernt habe) links als Anhaltspunkt nehmen. Alles ordentlich mit Klammern oder Nadeln fixieren, so dass du den Schnitt easy ausschneiden kannst, ohne, dass der Stoff verrutscht und schon ist die Grundlage fertig. Jetzt klappst du alles auseinander und auf rechts wieder zusammen. Kannst du schon was erkennen? Keine Sorge, wenn nicht: ich hab mich anfangs auch gewundert, wie das mal zur Hose werden soll. Aber sobald du die linke Seite nun mit einem Zickzackstich zusammen nähst, wird vieles klarer. Nicht vergessen: genau übereinander legen, gut fixieren und am Anfang und Ende der Naht immer noch einmal vor und zurück nähen, damit die Naht nicht wieder aufgeht.

So, nun ist die linke Seite also fixiert. Und siehe da, wenn du die Naht nun in die Mitte ziehst, wird plötzlich tatsächlich eine Hose aus dem Stoff-Fetzen – it’s magic! Jetzt kann man also unten den Schritt und zwei Beine erkennen. Wichtig ist, dass du nun den Schritt genau übereinander legst und gut fixierst, auch wenn der Stoff falten wirft. Die Poposeite ist natürlich etwas größer, da hie noch eine Pampers Platz haben will 😉 Nun von links nach rechts, den Schritt zunähen. Vorsicht! Wirklich nur den Schritt und nicht in einem Anfall von Übermut auch noch die Beine – so wie ich es beim ersten Mal gemacht habe. So eine Naht wieder aufzumachen ist echt mühselig und nicht gut für den Stoff *gg*  Wenn du mit der Naht im Schritt fertig bist, einmal auf links ziehen und schon hat man eine kleine Hose ohne Bündchen.

Fehlt nur noch der Bund an Bauch und Fuss – yeah Friemel-Arbeit!

Das Wichtigste am Bündchen ausschneiden und zusammennähen ist definitiv: die Stretch-Richtung zu beachten. Denn wenn man so wie ich (ja, ich gebe zu, das Nähen der ersten Hose war noch katastrophal) die falschen Enden zusammen näht, kann man mit den Bündchen leider nichts mehr anstellen. Also beim Ausschneiden des Schnittmusters darauf achten, dass man den Stoff locker nach rechts und links ziehen kann und dann die langen Seiten zusammen nähen (wie eigentlich auch auf dem Schnittmuster erklärt). Wenn du das erfolgreich gemeistert hast, einfach die Naht auseinander klappen, von unten nach oben aufeinander legen und umstülpen, wie einen Socken – schon sind die Bündchen fertig und wollen an die Hose gefriemelt werden.

Ein Glück hatte ich bei der ersten Hose meine Sis dabei, die mir einige Friemel-Tricks gezeigt hat. Denn auch wenn man bei so einer Pumphose gar nicht wirklich viel nähen muss: das Bündchen anbringen ist echt fummelig und man kann ganz schön viel Zeit damit verbringen. Aber wenn man erstmal so weit gekommen ist, muss man sich natürlich sagen “nur nicht aufgeben, das schaffe ich nun auch noch mit links!” Zunächst markierst du somit erstmal am Hosenrand die Mitte und die rechte und linke Seite mit einer Klammer. Dann legst du das Bauchbündchen mit der offenen Kante hinein, so dass die beiden Stoffe rechts auf rechts liegen. Jetzt heisst es “fummeln” und den dehnbaren Bündchenstoff so ziehen, dass er mittig (Naht auf Naht) sowie links und rechts mit dem anderen Stoff  übereinstimmt und festgesteckt werden kann. Wenn du nun mit dem Nähen beginnst, musst du den Bündchen Stoffe immer so mitziehen, dass er die gleiche Länge vom Hosen-Stoff annimmt. Klingt kompliziert, ist aber machbar und mit ein bisschen Übung später gar nicht mehr so tragisch (sagt die Frau, die schon Schreikrämpfe beim Garn-Einfädeln bekommt!).

Und weil es so schön war, hast du das ganze Spielchen nun noch an beiden Fußenden vor dir. Auch hier das Bündchen mit der offenen Kante in die Hose hineinlegen, friemeln und ziehen und dann annähen. Et voilá: sobald du das Ganze dann umkrempelst ist eine super niedliche Hose entstanden, die nur ein bisschen Stoff und Nerven gekostet, aber auch viel Spaß gebracht hat und noch bringen wird.

Ich jedenfalls, hab mich schon mit weiterem Jersey eingedeckt und werde meine Karriere als Babyklamotten-Näherin noch ganz weit voran treiben. Mach mit! Es macht Spaß und das Ergebnis ist einfach einzigartig. Alles Liebe,

Deine Janna

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