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Zum Glück gehöre ich zu den wenigen werdenden Zwillingsmüttern, bei der die Schwangerschaft bisher traumhaft verlief – denn Fakt ist, dass es bei Mehrlingsschwangerschaften deutlich häufiger zu Beschwerden kommt. Von der innigen Bekanntschaft mit der Kloschüssel über Blasen- und Nierenbeckenentzündungen bis hin zu starken Atembeschwerden ist schon sehr früh alles drin – und zwar doppelt so schlimm.

Ich hatte am Anfang zwar ab und zu Kreislaufbeschwerden, was aber auch an den unglaublich krassen Wetterumschwüngen gelegen haben kann und war oft müde. Das ist aber ja total normal. Gekotzt habe ich nur ganze 2 Mal. Immer von Kaffee am Morgen – was mich natürlich trotzdem nicht daran gehindert hat darauf zu verzichten. Wenn ich morgens keinen Kaffee bekomme, bin ich der unausstehlichste Mensch auf dieser Erde und das will ich wirklich niemandem zumuten – und klar, das ist und bleibt die einzige Koffein-Dosis am Tag. Das Geheimnis ist, nach dem Aufstehen ein halbes Knäcke oder irgendwas anderes, was man so früh am Morgen schon runterbekommt zu verschlingen und schon bleibt auch der Kaffee drin 😉

Doch trotz der guten Verfassung, habe ich schon ab der 12. Woche meine Arbeitszeiten kürzen müssen – denn Stress ist nun mal das letzte, was die heranwachsenden Kids gebrauchen können. Das heißt: ich arbeite nicht mehr 8-10 oder gerne auch noch mehr Stunden am Tag, sondern mache pünktlich um 16Uhr Feierabend – was sich in der Werbebranche anfühlt, wie ein halber Tag frei. Anfangs dachte ich immer: „wow, dann hab ich ja noch super viel Zeit für tausend Dinge, aber ich muss sagen: selbst 6 Stunden machen einen komplett platt und somit ist das einzige, was ich nach Feierabend noch hinbekomme, meist eine Sabberspur auf dem Sofakissen und ein verpenntes Abendbrot.

Mit der 19. Woche kamen die Wehwehchen

Nun bin ich in der 21. Woche angekommen und muss sagen: so langsam wird es auch für mich richtig anstrengend. Ich hab mir immer vorgenommen keine Jammer-Schwangere zu werden, aber… Am Arbeitsplatz sitze ich mittlerweile meilenweit von meinem Monitor entfernt, weil mein Bauch einfach im Weg ist. (Vielleicht frage ich unseren Hausmeister „Carlos“ einfach mal, ob er mir ein Loch in den Schreibtisch sägt, das würde jegliche Probleme lösen ;-)) Zudem kommt es immer häufiger vor, dass ich keine Luft mehr bekomme und nen halben Adler mache, weil mir schwarz vor den Augen wird. Auch dazu habe ich bereits gelernt: ruhig bleiben & auf die Atmung hören, wenn es passiert und möglichst sitzen oder gar liegen, damit die Fallhöhe bei einer möglichen Ohnmacht nicht so hoch ist. Macht alles Sinn, aber es beruhigt mich trotzdem nicht, zumal ich morgens und abends im Auto unterwegs bin… ob ich mitten in ner Rush-Hour ruhig bleiben könnte und auf meinen Atem höre? Schnell an was anderes denken – das möchte ich mir gar nicht weiter ausmalen.

Ein weiteres Manko ist meine außerordentlich adäquate Aussprache, die ich momentan an den Tag lege. Sie lautet in etwa so: „Ääääähm, Dings, hier… ich ääääähm, wollte noch mal fragen, ob ich das, ähhhhm…. warte, wie heißt es nochmal? Komm gerade nicht drauf… also, aber was ich sagen wollte… ich kann dann die Präse für…. ääähhhh, Dings… gerne schreiben.“ Kommt super an, bei Kundenbesuchen…. Da trinkt man mal seit über 20 Wochen keinen Schluck Alkohol und dann hörte man sich an, als hätte man am Vortag sämtlich Gehirnzellen versoffen. Echt peinlich. Aber wohl auch normal, dass man während der Schwangerschaft vergesslich wird und zu stammeln beginnt.

Wenn nichts mehr geht: Beschaeftigungsverbot

Neben den vielen spannenden Nebenerscheinungen einer Zwillingsschwangerschaft, die bei mir Gott sei Dank erst spät einsetzten, ist aber ein Punkt ganz wesentlich: der Bauchumfang. Denn der ist nun schon so weit, wie bei einer Einlingsschwangeren in der 30. Woche. Was soviel bedeutet wie: es drückt langsam und zwar blöderweise auf den Muttermund. Deshalb ist die Gefahr frühzeitiger Wehen auch fast um 50 Prozent erhöht. Und das bedeutet im Umkehrschluss: es ist nun auch so langsam Schonung angesagt, denn wegen der hohen körperlichen Belastung bedarf es viel Schlaf und wenig Action (genau meins – NICHT). Allerdings muss ich zugeben, dass es nicht der fiese Druck auf den Unterleib oder der seltsame Wartschelgang ist, der mich besonders stört, sondern tatsächlich das ständige Aufstoßen und absolut gemeine Sodbrennen.

Meine Boys haben es sich nämlich ganz schlau bequem gemacht. Der eine liegt tief und quer, um möglichst dolle auf den Muttermund zu drücken und mir ab und zu in die Blase zu treten…. Und der andere liegt quasi senkrecht, kitzelt mir also des Öfteren an den Rippen und quetscht meinen Magen ein, so dass mir gerne mal die Galle hoch kommt :-/

Wenn ich nicht so viel Respekt davor hätte, den ganzen Tag alleine in der Bude zu sitzen und möglichst viel auf dem Sofa zu liegen, würde ich behaupten: meine Doc hat Recht wenn er sagt: „Sie steuern geradewegs auf ein Beschäftigungsverbot zu und sollten sich nun sehr viel Zeit für sich nehmen.“ Klar, langweilig wird mir sicherlich nicht werden, da ich gerne lese, bastel oder eben schreibe! Aber bei dem Gedanken, dass es vielleicht noch härter kommt und ich den ganzen lieben Tag liegen muss, wird mir schon ein wenig komisch. Wie war das denn bei euch? Wo sind die Zwillingsmuttis oder Schwangeren mit einem Kind, die aus dem Nähkästchen plaudern können?

Ich freue mich über jegliche Kommentare, Erfahrungen und Tipps.

Deine Janna [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”] [bs_icon name=”glyphicon glyphicon-heart”]

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