Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Der erste Kita-Tag – wie unsere Zwillinge die Krippeneingewöhnung meistern

Es ist endlich soweit: unsere Zwillinge sind nun offizielle Krippenkinder und gewöhnen sich gerade voller Freude an den Trubel. Bis jetzt gab es keine einzige Träne und kein Gejammer. NOCH finden die Jungs alles prima.

Klar, NOCH sitzt Mama ja auch daneben, wenn sie frühstücken, mit Autos spielen und die anderen Kinder kennenlernen (ganz traditionell nach dem Berliner Modell) Und NOCH sind sie gemeinsam in einer Gruppe, schließlich kann ich mich nicht aufteilen und bei beiden Eingewöhnungen gleichzeitig sein. Aber vorgesehen ist nach wie vor, dass jeder Twin in der eigenen Gruppe seinen eigenen Weg geht und so seine eigene Persönlichkeit stärkt. Mal sehen, wie gut das funktioniert und wie mein Mama-Herz reagiert.

Krippe Tag 1 – Wenn Mama aufgeregter ist, als die Kids

Zugegeben, ich bin am Morgen sooooooo aufgeregt. Während die Jungs der ganze Trubel um den bevorstehenden Krippen-Alltag eher peripher interessiert, ist Mama wie wild dabei, die Sachen zusammen zu packen, sämtliche Gegenstände mit den coolen STUFFLABELS® zu kennzeichnen und fein säuberliche Apfelstückchen zu schnitzen und in die Brotdosen der Kinder zu drapieren – das Auge isst ja schließlich mit ;-).

Da kommt doch ganz schön was zusammen, wenn man die Krippenausstattung doppelt vorbereitet kann ich euch sagen. Auf dem Zettel steht: Hausschuhe, Regenjacke, Wickelutensilien, zwei Mal Ersatzwäsche, Fotos von den Kindern und, und, und… Ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt ein Umzugsunternehmen anzurufen, aber nun denn: komme ich halt als Lastesel aufs Krippengelände gerollt.

Krippenausstattung mal zwei

Nachdem ich alles verstaut, die Jungs in Schale geworfen und mit Sonnencreme eingeschmiert habe, geht es also los: Rucksäcke auf und ab zur Tür. Mama kommt dann mit dem Gepäck im Rücken hinterher getrabt – ein Glück ist die Kita gleich ums Eck. Und um ein Ritual einzuführen, das Spaß macht, singen wir laut „Im Kindergarten, im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an….“. Ein herrliches Bild, zwei aufgeregte Jungs mit etwas zu schweren Rucksäcken und eine schleppende Mama, die säuselnd vor sich hin musiziert – ein Glück sind keine Nachbarn unterwegs.

Auf dem Kita-Gelände angekommen müssen die Boys erstmal alles erkunden, sich dem offenen Fenster nähern und schon mal von außen lauern, bevor sie sich dann doch entscheiden einen Schritt ins Innere zu wagen. Zum Glück steht Levis Kindergärtnerin schon parat und begrüßt uns herzlich. Klar, wir sind zwar noch etwas skeptisch, aber die Schuhe ziehen wir dann doch schnell aus, um barfuß in die heiligen Hallen zu stürmen und in alle Richtungen „Oh, oh, oh!“ zu rufen (das ist dort Levis absolutes Lieblingswort). Hier gibt es aber auch sooo viel Spielzeug und tolle Sachen zu erkunden.

Yeaaaaahhhhh: ein Auto-Meer

Während Lasse sich direkt für die anderen Kinder interessiert und mit einer Dame names „Emelie“ flirtet, findet Levi die Kiste mit den Autos klasse. Jedes Fahrzeug wird entnommen, begutachtet unter lautem „bbbbbbwwwwww“ ausprobiert und dann zur Seite gelegt. Bis die Kiste leer ist und mein Sohn in einem Auto-Meer sitzt. Die rettende Hilfe naht: eine Erzieherin eilt zu ihm und erklärt ihm ganz sachlich, wie man das Auto-Meer beseitigen kann, indem man die Kiste Fahrzeug, für Fahrzeug wieder füllt. „AUFRÄUMEN“ nennt sich das – und es funktioniert sogar. Auch wenn Levi dabei immer wieder suchend durch den Raum blickt und lacht, sobald er Mama entdeckt. Ja, ich bin noch da und werde kurzum mit einer Auto-Auswahl beschenkt. „Danke Strahlemann“.

Aufräum-Aktion: die Auto-Kiste ist wieder gefüllt

Erster tag, erste liebe

Lasse hingegen hat nur Augen für Emelie. Die ist schon ein Jahr älter und tanzt soooo schön. Bewundernd steht er vor ihr, schaut sich die Tanzeinlage an und folgt ihr auf Schritt und Tritt – na, wenn das mal nicht Liebe auf den ersten Blick ist. Das einzige was interessanter ist – natürlich: das Frühstück. Mama hat ja schließlich ansehnliche Apfelstückchen geschnitzt und Reiswaffeln beigelegt. Die werden nun in aller Ruhe in die Figur geschoben und mit einem ordentlichen Schluck Wasser heruntergespült. PROST.

Levi hingegen hat es sich auf Mamas Schoß gemütlich gemacht und möchte gerade nur noch beobachten. War ja auch ganz schön anstrengend das Aufräumen. Zum Glück habe ich ihm statt Schnuffeltuch oder Teddy sein ganz persönliches Trösterlein mitgegeben, bei dem er stets aufblüht, wenn man sich bis zu MUH-Kuh vorgearbeitet hat: sein Bauernhof-Buch. Oma und Opa haben es ihm geschenkt und er liebt es über alles. Zum Glück scheint die Erzieherin eine tolle Vorleserin zu sein, denn sie kann ihn mit Buch bewaffnet und Muh-Lauten von sich gebend ruckzuck von meinem Schoß locken. Schwups, wieder eine Annäherung und ein toller Schritt in Sachen Eingewöhnung.

Das fazit des ersten Tages:

Unsere Jungs machen sich prächtig. Es macht sich definitiv bemerkbar, dass wir auch sonst viel mit anderen Kindern spielen, sie frühzeitig mit der Babysitterin, der Großtante oder mit Oma & Opa alleine waren und für Neues offen sind. Zumal sie in der Krippe ein wahres Spiele-Paradies betreten, das jeder auf seine eigene Art und Weise nutzt. Und in Sachen „Trennung“ werde ich immer sicherer, dass ihnen das Ganze gut tun wird. Denn man merkt immer wieder, wie unterschiedlich sie nunmal sind und dass sie einfach ganz andere Interessen haben, die sich getrennt voneinander wohl noch stärker ausprägen werden.

Ich bin jedenfalls wahnsinnig happy, dass alles so gut funktioniert. Und auch ich habe von den Erzieherinnen ein dickes Lob für die tolle Vorbereitung (Namensschilder scheinen ein Segen für das Krippen-Personal zu sein) und meine tollen Boys bekommen – tut ja auch mal gut, wenn man für seinen Zwillingsmutter-Job Respekt und Anerkennung erntet. Denn JA, so ein Zwillings-Alltag ist ein 24 Stunden Job. Leider ohne Bezahlung dafür mit ganz vielen Liebes-Einheiten. Und demnächst, wird dieser Job um 8 Stunden schmaler. Denn dann muss Mutti wieder los und für das Brötchen-Geld sorgen. Und da meine Jungs in super Händen sind, kann ich sagen: „ich hab echt wieder Bock auf den anderen Job ohne Kids!“ Zumal man sie danach sicher umso mehr vermisst. Bin gespannt auf alles, was kommt und bin mir sicher, dass unseren Jungs die neue Zeit ebenso gut gefallen wird.

Auf viele tolle Krippen-Tage und eine harmonische Eingewöhnung.

Janna und ihre Doppelherzchen  

 

 

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