Doppelherzchen

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Zwillinge trennen – Warum die Doppelherzchen bald eigene Wege gehen

„Ja, das sind Zwillinge!“,  „Nein, nicht Junge und Mädchen…“, „Doch, sie sind beide gleich alt!“, „Ja, der eine ist größer als sein Bruder, aber trotzdem 5 Minuten jünger!“ … Es ist schon verrückt, wieviele komische Fragen man am Tag beantwortet, sobald man mit dem Zwillingswagen unterwegs ist. Denn JA: unsere Jungs sind absolut unterschiedlich – ob es ums Aussehen geht oder einfach nur um die Tatsache, dass einer größer und schwerer ist, als der andere. Meine Vermutung: es könnte ganz einfach daran liegen, dass es sich um zwei unterschiedliche Kinder handelt, die zufällig zur gleichen Zeit in meinem Bauch herangewachsen sind. Jeder in seinem eigenen Kosmus (wie jedes andere Baby auch), denn unsere Boys sind nunmal zweieiig. Es sind zwei Individuen, zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und zwei völlig andere Charaktere.

Schon immer ein Team.

Ich hab keine Ahnung, ob meine Schwester mit 15 Monten genauso groß und schwer war wie ich (im Zweifel nicht, denn ich war ein absolutes Walross-Kind). Man kann zwar Bilder von früher nebeneinander legen, aber den direkten Vergleich gab es eben nie, weil zwischen uns 5 Jahre und keine 5 Minuten liegen, wie bei den Doppelherzchen. Manchmal nervt es mich selbst, dass man ständig Parallelen zwischen den beiden zieht und besorgt ist, sobald die Vorsprünge des einen immer größer werden. Denn auch das ist schließlich normal: jedes Kind entwickelt sich in seinem ganz eigenen Tempo. Manche laufen bereits mit 11 Monaten, andere stellen sich erst mit knapp zwei Jahren auf die Beine… und spätestens mit 3 Jahren sind dann alle wieder in etwa auf einem Level (so wurde es mir jedenfalls berichtet). Vor allem hat jeder seine Stärken und Schwächen. Während Levi schon um die Wette läuft, Fußbälle kickt und vor Kraft strotzt, sabbelt Lasse wie ein Wasserfall, malt leidenschaftlich und kann schon die komplette „Aramsamsam“ Choreo ;-).

Absolute Bruderliebe trotz krasSer Unterschiede

Gemeinsame Buddel-Action

Doch obwohl sie so unterschiedlich sind: unsere Jungs lieben sich abgöttisch– und das wird immer offensichtlicher. Nicht nur, weil sie immer besser miteinander spielen und hin und wieder Küsschen ausgetauscht werden… sie teilen auch liebevoll Spielzeug und Lebensmittel miteinander und machen alles, was der andere auch tut. Was natürlich auch nicht immer positiv ist, denn auch Schabernack wird gemeinsam betrieben. Immer dann, wenn es besonders ruhig im Haus wird, kann man sicher sein, dass die beiden gerade die Klorolle abrollen, mit Mamas Schminke die Fliesen bemalen oder Schränke ausräumen.

Wenn einer ein Pflaster braucht, dann auch der andere

Doch auch wenn unsere Jungs stets im Duo auftreten und selten ihr alleiniges Ding machen, benehmen sie sich in der Gruppe mit anderen Kindern doch unterschiedlich. Der Chiller braucht wesentlich länger, um aufzutauen, wenn er die Leute um sich herum nicht kennt, und bleibt lieber in Mamas Schatten sitzen. Der Zappelzwilling hingegen, flitzt direkt los und findet andere Kinder wahnsinnig spannend – vor allem, wenn sie älter sind und eigentlich gar keine Lust auf Baby-Besuch haben ;-). Auch sein Berührungsdrang ist wesentlich größer, wie man im Urlaub bei der Tuchfühlung in der Mini-Disco gut beobachten konnte. Ist Levi dann allerdings so weit, geht auch er auf andere Kinder zu und spielt mit ihnen.

Jeder Zwilling hat seine eigene Krippengruppe

Ist es also besser, die Jungs in unterschiedliche Krippengruppen gehen zu lassen, damit sie selbstständiger werden und nicht nur aufeinander hocken? Mir graut es tatsächlich bei dem Gedanken, die beiden voneinander zu trennen und ihnen den Schutz des Bruders zu nehmen. Andererseits werden sie sich auch daran schnell gewöhnen und getrennt voneinander Freunde & Spielkameraden finden. Wahrscheinlich sollte ich mir darüber gar nicht erst den Kopf zerbrechen, denn auch wenn mein Mamaherz bei dem Gedanken blutet: dass die beiden vormittags in getrennte Gruppen kommen, ist bereits beschlossene Sache, bei der wir gar kein Mitspracherecht hatten.

In unserer Krippe gehört die Trennung von Zwillingen zum Konzept, mit dem sie angeblich nur positive Erfahrungen gemacht hat. Ich bin hin und her gerissen und kann an beiden Möglichkeiten Vor- und Nachteile finden. Trotzdem frage ich mich, wie die Eingewöhnung funktionieren soll, wenn ich alleine bin? Ich kann ja schließlich nicht in beiden Gruppen anwesend sein und der Herzmann kann sich auch nicht einen Monat lang frei nehmen. Fakten, über die wir nächsten Montag im Vorgespräch sicherlich mehr erfahren werden. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob ich eventuell doch noch mal versuchen sollte, für eine gemeinsame Gruppe zu kämpfen. Gerade am Anfang ist es für die kleinen Würmer natürlich schön, wenn sie in der fremden Umgebung und so ganz ohne Mama und Papa eine vertraute Bezugsperson haben. Nachmittags kommen sie zwar wieder in eine gemeinsame Gruppe, aber gerade vormittags müssen sie sich mit „Winke winke“ sowohl von Mama oder Papa als auch vom Bruderherz verabschieden. Gerade bei Levi mache ich mir Sorgen, dass er nicht alleine sein will und noch mehr Zeit zur Aklimatisierung benötigt.

Bald muss Mama wohl loslassen…

Welche erfahrungen habt ihr gemacht?

Nun seid ihr gefragt! Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Thema gemacht oder steht ihr vor einer ähnlichen Herausforderung, die für Bauchschmerzen sorgt? Vielleicht ist das Gegrübel auch völlig unbegründet eben, weil sie so unterschiedlich sind und so auf ihre Art und Weise und im persönlichen Tempo gefördert werden können?! Es wird ja einen Grund haben, warum immer mehr Kindergärten die Kinder nach diesem Konzept aufteilen. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt und ob ihr mir die Angst vor der Eingewöhnung nehmen könnt. Wahrscheinlich wird auch das ganz anders kommen, als gedacht und die Jungs wollen gar nicht mehr aus der Krippe abgeholt werden, weil sie sich mit ihren eigenen Freunden und Betreuern so wohl fühlen.

Ich freu mich auf Eure Kommentare, Tipps und Ansichten und verbleibe mit vielen lieben Zwillings-Mama Grüßen

Janna und ihre Doppelherzchen  

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