Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Unser Reisebericht – der erste Mallorca-Urlaub mit Zwillingen

Can Picafort with a view

Welcome back! Die Grammys sind wohlerhalten wieder in Hamburg gelandet und genießen nun das bomben Sommer-Wetter wieder im heimischen Garten. Nach 3 Wochen Doppelherzchen-Abstinenz möchte ich euch nun aber auf keinen Fall den Bericht von unserem super Mallorca-Tripp vorenthalten. Okay, komplett erholt sind Mama und Papa natürlich nicht, denn so ein Urlaub mit Zwillingen ist eben auch auf seine Art anstrengend, aber ich kann definitiv sagen: es hat sich gelohnt! Ich hatte tatsächlich mit viel mehr Stress, Streit und Strapazen gerechnet. An dieser Stelle ein großes Lob an meine beiden Super-Twins,“Ihr habt das alles großartig mitgemacht und uns jede Bedenken vor weiteren Reisen genommen!“ Nun aber zu den Antworten auf viele Fragen: an was muss man alles denken, kann ich die Hotelwahl weiterempfehlen, wie war das Wetter und und und…

Die erste Herausforderung: was muss ich alles packen?

Seid ihr auch so eine Person, die IMMER zu viel einpackt, wenn sie auf Reisen geht? Ich schon! Und genau das, wollte ich diesmal verhindern. Gerade weil wir zum ersten Mal Gepäck für 4 Leute statt für 2 am Flughafen aufgeben konnten – und das Ganze ja auch geschleppt werden muss. Plus zwei Kinder, die noch nicht alleine laufen können (zumindest einer nicht und der andere stets in die falsche Richtung ;-)). Wir hätten zwar tatsächlich 4 Koffer a 20 Kilo mitnehmen dürfen, aber mal ehrlich: die hätte selbst ich als „Zuviel-Packerin“ nicht vollbekommen. Am Ende sind es nur ein kleiner und ein großer Koffer geworden und dennoch waren Sachen dabei, die nie getragen oder genutzt wurden.

Vorbereitung ist alles

Vorsatz für den nächsten Urlaub: nicht so stressen lassen beim Packen. Denn auch dazu neige ich leider, weil ich gerne alles hinterfragen: wie warm wird es wohl genau? Kühlt es abends drastisch ab? Müssen die Jungs immer was langärmliges anziehen, um sich nicht zu verbrennen? Müssen wir Pre-Milch und Pampers selbst mitnehmen, oder bekommen wir dort auch alles – und wenn ja, für wahnsinnig viel Kohle oder zu annehmbaren Preisen? Nehmen wir nun doch den guten Bugaboo Kinderwagen mit und gehen für besseren Sitzkomfort der Kinder das Risiko ein, dass der Wagen komplett verbeult aus dem Flieger kommt, oder nehmen wir lieber nen günstigen Second-Hand Buggy, der eh schon verbeult ist, dafür aber quietscht und nicht ganz soooo wahnsinnig bequem ist?

Mein persönliches Learning: Die originalen Pampers, sind auf Malle doch wesentlich teurer, als hier und ich war froh, dass ich genug für die Nacht mitgenommen habe. Die einfachen „No Name Pampers“, die wir tagsüber immer nutzen, gab es im örtlichen Supermarkt für das gleiche Geld und sie haben ihren Dienst genauso gut erfüllt. Unsere Pre-Nahrung für die Nacht-Fläschchen hätte ich auf der Insel auch nicht gefunden, also war es gut, dass ich zwei Packungen dabei hatte – alles andere bekommt man überall für nen Appel und nen Ei und selbst im Hotel gab es von Baby-Keks bis Zwieback, alles, was das Herz begehrt. Zudem haben wir uns entschieden, den Bugaboo zuhause zu lassen und den Quietsch-Buggy mitzunehmen und auch das hat völlig gereicht. Der Zappelzwilling wollte eh mehr oder weniger die ganze Zeit getragen werden, um besser sehen zu können und Levi hat nun das Laufen für sich entdeckt und will natürlich allen seine Fortschritte präsentieren. Ganz á la: „Buggy? Brauch ich nicht!“

Fliegen mit Zwillingen – Bequem ist irgendwie anders

Nur fliegen ist schöner…

Wie ihr im letzten Beitrag bereits lesen konntet: wir haben uns auf das Abenteuer „Flugzeug“ gut vorbereitet. Und tatsächlich hat sich unser Flugtraining ausgezahlt: denn unsere Jungs haben sich weder am Start noch an der Landung gestört und zudem bewiesen, dass man über den Wolken hervorragend schlafen kann. Dennoch hatte ich mir für den Notfall ein paar Folgen Peppa Wutz heruntergeladen, den Kindern vor dem Abflug noch eine ordentlich Ladung Nasentropfen eingeflösst und für Levi eine Milchpulle griffbereit (er nimmt ja leider keinen Schnuller, so wie sein Bruder). Unseren Jungs hat das ganze Spektakel prima gefallen – bis auf die Wickelaktion auf dem ultra schmalen Flugzeug WC. Echt kein Spaß! – Mama und Papa hatten hingegen jeweils 11 und 15 Kilo Balast auf dem Schoss und konnten sich nicht wirklich entspannen. Aber auch das wusste man ja vorher und hat es gerne in Kauf genommen, solange die Kids friedlich sind.

Kleines Nickerchen im Bus

Und tatsächlich ging die Reise auch im Bus friedlich weiter, der uns in den Norden zu unserem Hotel fuhr. Eine Strecke für die man eigentlich 45 Minuten braucht. Aber da wir WIE IMMER das Glück hatten, in dem Hotel eingecheckt zu haben, das als LETZTES angefahren wurde, brauchten wir noch mal 1,5 Stunden mit Zappelzwilling und Chiller auf dem Schoß. Und auch hier wurde nach Keks-Schlacht, Leserunde und Gefummel in Mamas Nase weiter geschlummert. So viele neue Entdeckungen, Eindrücke und Begegnungen machen schließlich müde. Mein Résumé lautet also: beim nächsten Mal, darf sich das Hotel gerne etwas näher am Flughafen befinden, aber bis zu einer Stunde ist auch alles okay. Aber vielleicht wird beim nächsten Mal eh alles anders und wir leihen uns das Wohnmobil der Großeltern, um auf große Campingtour zu gehen. Nach dieser Reise wäre uns das definitiv zuzutrauen (ich gestehe: ich bin eigentlich absolut kein Fan von Pauschalreisen, aber mit Kindern ist es eben auch mal ganz angenehm).

ReiseOrt und Hotel – eine gute WahL

Gelandet sind wir im hohen Norden. Genauer gesagt in Can Picafort, einem ehemaligen kleinen Fischerort direkt an der Grenze zu Sao Baulo. Selbstredend haben wir uns im Vorfeld ordentlich belesen und nach dem perfekten Familien-Hotel recherchiert (das zudem ins Budget passen musste). Der Fergus Club Vell Mari schien ideal zu sein, weil die super schöne Anlage, nicht zu nah an dem allgemeinen touristischen Rummel liegt, dennoch nicht weit vom Strand entfernt ist und Familienzimmer mit einer guten Raumaufteilung bietet.

Abreise um 4.50 Uhr – nicht so unsere Zeit 🙁

Grüner Ausblick auf die Hotelanlage

Uns war wichtig, dass wir die Jungs abends ablegen konnten und dann trotzdem noch ein Wohnzimmer, Terrasse und Kochnische für uns hatten. Es war tatsächlich alles sauber und gepflegt, wenn auch ganz schön in die Jahre gekommen. Aber das hat die Anlage und Pool-Landschaft wieder ausgeglichen: traumhaft, pikobello gepflegt und dank der alten Baumbestände auch immer schön schattig – Vorraussetzung für Spaß mit Kids.

Einziges Manko (neben den alltertümlichen Möbeln und dem knatschendem Ausziehsofa): Unser Zimmer lag im zweiten Stock und war man konnte zwischen Treppe und Fahrstuhl wählen, um es zu erreichen. Dumm nur, wenn ein Zwillingbuggy nicht durch die Fahrtstuhltür passt und für jede Fahrt erst zusammengeklappt werden muss. Nicht tragisch, aber eben auch nicht ideal – zumal er einmal komplett kaputt war und uns die freundliche Putzfrau daraufhin zu einem Geheim-Fahrstuhl im Privatbereich führte. Nicht selbstverständlich und ein weiterer Plusplunkt auf meiner Agenda: das Personal war einfach super freundlich und kinderlieb – vom Empfang über die Kellner bis hin zu den Putzfrauen und den Animateuren, die stets für Trubel und Kinderbespaßung sorgten. Alle durch die Bank wahnsinnig lieb, witzig und immer für einen Zwillings-Bespaßungs-Moove zu haben.

Essen & Verpflegung – Braucht man all inklusive?

Die netten Damen vom Empfang hatten bereits meinen Segen, als sie uns nach der anstrengenden Anreise erst einmal einen Begrüßungssekt entgegen streckten. Puh, den hab ich echt genossen und langsam ausgeschlürft. Auch in Sachen „Verpflegung“ hatten wir vorab gegrübelt: All Inklusive oder doch nur Halbpension? Aber allein für die „Getränke“ und das „Trinkwasser“ hat es sich gelohnt das Komplettpaket zu wählen und ein paar Euro mehr zu zahlen. Unsere Boys trinken ja leider noch jede Nacht zum Einschlafen und Aufwachen (und manchmal auch noch zwischendurch) ein Fläschchen und gerade auf Malle sollte man strengstens darauf achten, das man für die Zubereitung genügend warmes TRINKwasser am Start hat, damit man sich nichts einfängt.

Krank auf der Wiese abchillen

Womit wir beim kleinen Tiefschlag des Urlaubs angekommen wären, denn genau das ist passiert: alle vier Grammys hatten einen Tag Fieber und Magenbeschwerden. Bei mir ging es direkt am dritten Tag los, als ich dachte, ich müsse mein Mittagessen (das nur aus einem Stück Brot und ein bisschen Gemüse bestand, weil ich absolut keinen Appetit hatte) wieder von mir geben und danach bei 23 Grad zitternd auf einer Wiese in der Hotelanlage lag und mich kaum noch bewegen konnte. Aber wie Mütter so sind: trotz 39,8 Fieber aufgerafft und noch mal in die City gelatscht, abends noch mal mit den Männern zum Abendbuffet geschleppt & an einem weiteren Brot genagt und danach dann friedlich geschlafen und das Fieber einfach weggeschwitzt. Somit war ich an Tag 4 wieder komplett genesen und musste mit ansehen, wie alle drei Männer vor sich hin vegetierten. Ebenfalls: Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein. Woran es gelegen hat? Keine Ahnung: am fettigen Essen (wir sind es nunmal so ganz und gar nicht mehr gewohnt, dass selbst das Gemüse in literweise Öl schwimmt oder gar von 3 Kilo Paniermehl umgeben ist), von den Eiswürfeln in den Getränken, an der Sonne und der anderen Luftfeuchtigkeit oder einfach nur an irgendeinem blöden Virus, der sich in unser Zimmer verirrt hat. Man weiss es nicht und es ist auch egal. Fakt ist, dass wir 2 Tage ausgeknocked waren und nicht an den Strand oder den Pool konnten. Toi, toi, toi waren alle schnell wieder fit, denn als Zwillingsmama hat man schließlich stets ne halbe Apotheke an Bord.

Eis geht immer

Auch hier ein kurzes persönliches Schlussergebnis: Eine Getränke-Flatrate war für uns absolut von Vorteil und wir haben sie ordentlich genutzt (und ich rede jetzt definitiv nicht von Allehol, auch wenn das eine oder andere San Miguel geflossen ist ;-)) Das Essen war (wie oben erwähnt) nicht so unsers. Es gab zwar viel Auswahl und es wurde ruckzuck aufgefüllt, wenn etwas leer war, aber man ist eben doch immer an den selben Ständen gelandet, weil alles andere zu fettig, fischig oder fleischig war (wenn ihr versteht, was ich meine)! Die Kinder durften, angefeuert vom Personal, in ihren Hochstühlen rumsauen und man konnte nur erahnen, was am Ende wirklich im Magen gelandet ist… dafür hatten sie aber definitiv ihren Spaß und sie haben es nun noch besser drauf, den Löffel alleine zum Mund zu führen. Am Anfang hat es mich zwar noch wahnsinnig gestesst, dass unser Platz immer aussah wie ein Saustall, aber nachdem ich unter die Tische anderer Familien mit Kleinkindern geschaut habe, war mir auch das ziemlich egal.

Die Obstteller konnten sich auch sehen lassen

Gut ist definitiv am All Inklusive Konzept, dass man den ganzen Tag über etwas Essbares findet und sich nicht an eng begrenzte Zeiten halten muss – denn bei zwei Kids kann es schon mal länger dauern oder was dazwischen kommen und somit hatten wir eh immer ein Stück Brot oder Kekse am Start, die vorab im Zimmer geknabbert wurden – gefolgt von einem späten Frühstück bestehend aus Banane, Melone und was sonst noch so am Buffet zu finden war. Was mich allerdings immer wieder an diesem Service sprachlos macht, ist die Wegwerfbereitschaft vieler Gäste. Erst werden Bergeweise Speisen auf den Teller gehauen, dann dreimal darin herumgestochert und am Ende stehen gelassen. Unfassbar. Das macht einen echt nachdenklich und gibt dem Konzept einen absolut negativen Beigeschmack. Nichtsdesotrotz: ich habe es genossen weder einkaufen, noch kochen oder gar spülen zu müssen. Dennoch habe ich mich nach 10 Tagen wieder auf meine eigene Küche und unsere gewohnten Produkte gefreut.

Hauptsache die kids haben spass

Klar, ein Urlaub mit Zwillingen ist komplett anders als früher. Man steht natürlich trotzdem früh auf, geht früh schlafen und kann eben nicht zu zweit am Pool chillen – zumindest noch nicht! Unsere Jungs sind einfach noch zu klein und können erst ab 3 Jahren das Kinderprogramm in Familienhotels nutzen. Aber wir hatten trotzdem jede Menge Spaß. Haben uns auch mal von unserem sonst doch relativ straffen Zeitplan (Mittagsschlaf und Co) getrennt und dafür ne Schnarch-Runde im Buggy oder am Strand eingelegt. Aber auch die Befürchtung, dass die Kids eventuell nicht im fremden Hotelbett schlafen würden, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, die Boys waren am Ende des Tages stets sooo platt, dass sie durchgepennt haben und wir teilweise bis 9Uhr ausschlafen konnten. Auch hier wieder „THANX JUNGS, IHR SEID SUPER!“ Ist aber ja auch kein Wunder: Meerluft, Sonne und Mini-Disco machen ja auch wahnsinnig müde. Zumal unser Zappelzwilling sich beim Flirten völlig verausgabt hat. Da waren aber auch ein paar süße spanische Lockenköpfe dabei. 😉 Ich bin der Meinung, unsere Jungs haben sich super wohl gefühlt, haben neue Lieblingswörter: „Eissssss, meeeehr, ich!“ dazu gelernt und sind nun Weltmeister im „Fahrstuhlknöpfe drücken“. Es war also trotz kleinem Fieber-Dämpfer ein wunderbarer Urlaub und ich hätte gerne ein paar Tage angehängt.

Trotz allem würde ich beim nächsten Mal gerne wieder den Duft vom Gaskocher schnuppern, den ich aus meiner Kindheit gewohnt bin und wahnsinnig liebe. Camping ist zwar durch die Selbstverpflegung und dem geringen Platz sicher anstrengender, aber macht riesig Spaß – und deshalb sollen auch meine Kinder damit aufwachsen. Aber bis dahin genießen wir nun erstmal Urlaub auf Balkonien und lassen es uns gut gehen.

Genießt das Sommerwetter und berichtet gerne von euren Urlaubserfahrungen und Favoriten. Alles Liebe,

Janna und ihre Doppelherzchen  

Leave A Comment

Your email address will not be published.