Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Spielen, streiten, sabbeln – das alltägliche Miteinander unserer Zwillinge

Sie lieben und sie hassen sich: unsere Zwillingsjungs. Im einen Moment spielen sie noch zuckersüß und friedlich miteinander, lachen und quatschen was das Zeug hält und im nächsten Augenblick, muss man Sorge haben, dass sie sich nicht die Köpfe einhauen… Ja, unsere Doppelherzchen werden groß und die Action im Grammersdorf-Haus nimmt von Tag zu Tag zu. Immer wieder muss man sich etwas Neues einfallen lassen, um die Jungs bei Laune zu halten – vom Kistenrennen, über Frühjahrsputz bis hin zum Topf schlagen. Zumal sie ja nunmal komplett unterschiedlich sind und auch in ihrer Entwicklung mächtig auseinander driften. Während der eine schon mit seinem Bobbycar durch den Garten flitzt oder sich mit dem Gehwagen fortbewegt, rutscht der andere gerade mal auf Knien umher und schiebt unseren Küchen-Hocker. Da muss man ganz schön kreativ sein, um beiden gerecht zu werden und das perfekte Bespaßungs-Programm zu bieten. Doch leider ploppt sie trotz verrücktester Spielideen und Kuscheleinheiten immer wieder auf: die Eifersucht!

Eifersucht – ein grosses Thema bei uns

Eigentlich kein Ort zum Spielen… aber er ist doch soooo spannend!

Da wäre vor allem das Buhlen um Mama, die logischerweise nicht jedem ihre volle Aufmerksamkeit schenken kann. Denn abgesehen davon, dass man nur zwei Arme, zwei Beine und zwei Augen hat, muss neben den Kids auch noch der Haushalt geschmissen werden. Achja, und Mama hat zufälligerweise auch noch Bedürfnisse (verrückt, was?!). Heißt nichts anderes als: unsere Kinder müssen sich gezwungenermaßen auch mal alleine beschäftigen bzw. miteinander spielen, während Muttern die Wäsche macht, das Essen kocht oder einfach mal die Fingernägel feilt (was leider gar nur selten nötig ist, weil sie eh alle Nase lang abbrechen *schnief*). Das dürfte sicher in 99% aller Haushälte so sein, in denen mehrere Sprößlinge groß werden. Denn die wenigsten, werden ausschließlich zur Wäsche oder Putzlappen greifen, sobald die Kinder ihren Mittagsschlaf halten, ODER???? Die Frage ist nur, wie oft bzw. wie gut sich die Kids an diese Vorgabe halten 😉 Bei unserem Chiller funktioniert das „alleine beschäftigen“ tatsächlich ganz gut. Er schnappt sich einfach seinen Lauflern-Wagen und flitzt damit durch die Bude. Neben dem Lauftraining, kann man dabei ganz vorzüglich Dinge erkunden und womöglich auf offene Klo- oder Abstellraum-Türen st0ßen, um Toilettenpapier abzurollen oder das Leergut zu sortieren *Ahhhhhhhh*.

Unser Zappelzwilling hat jedoch das Nachsehen. Er ist zwar krabbelnd wahnsinnig schnell – und direkt zur Stelle, wenn es irgendwas zum Quatsch machen gibt – aber was das Laufen angeht, hinkt er leider nach. Und das ärgert ihn sichtlich und macht ihn wohl auch eifersüchtig auf das Können seines Bruders. Er versucht ständig, ihn nachzuahmen, aber seine wackeligen Beinchen, machen ihm stets einen Strich durch die Rechnung. Das Geschrei ist dementsprechend groß und somit ist es meist unserer Zappler, der momentan an meinem Rockzipfel hängt. Umso schöner sind die Momente, in denen wir gemeinsam Laufen üben und er stolz wie Oskar seine kleinen Puddingbeinchen vor und zurück bewegt. Ich glaube, bei ihm wird es wieder so sein, wie beim Krabbeln. Von jetzt auf gleich steht er auf und läuft. Doch bis dahin ist unser kleiner Zappelzwilling Meister darin, sich ewig lange mit einem Buch zu beschäftigen und vor sich hin zu brabbeln – leider nur solange, bis sein Bruder angeflitzt kommt und GENAU DAS BUCH auch lesen möchte. Ist ja nicht so, als hätten wir nur eins…

Wie ich versuche, beiden gleich viel Aufmerksamkeit zu schenken

Mal schläft der eine länger und der andere genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit von Mama und mal ist es andersherum. Mal ist der eine krank oder etxrem quengelig und braucht viele Kuscheleinheiten, dann wieder der Bruder. Mal möchte man den einen am liebsten in den Keller sperren, mal den anderen (das wird natürlich NIEMALS auch wirklich umgesetzt, versteht sich)… Aber es ist tatsächlich so, dass man die unterschiedlichen Phasen spüren kann, die hier Gott sei Dank nacheinander auftreten. Und genau in solchen anstrengenden Zeiten wird sicherlich der eine oder andere mal etwas bevorzugt behandelt – Lasse reagiert zum Beispiel jedes Mal mit sehr hohem Fieber auf die Impfungen, die sein Bruder locker wegsteckt. Dreimal dürft ihr raten, wer dann mehr Sorge und Aufpeppelungs-Kuscheleinheiten kassiert…

Für beide ein großer Spaß: Kistenrennen!

Ansonsten steht das MITEINANDER klar im Fokus. Man kann ZUSAMMEN Ball spielen, GMEINSAM ein Buch lesen (auch wenn das so semi funktioniert, weil beide, das Buch halten wollen), wir tanzen HAND IN HAND, fahren KOLLEKTIV Bobbycar (auch wenn einer geschoben werden muss) und so weiter….  und auch wenn der eine schon stehen und (mit Hilfe) laufen kann, gibt es Möglichkeiten, den anderen mit einzubeziehen. Levi liebt es beispielsweise, seinen Bruder bei seinem Lauftraining im Wägelchen zu schieben oder ihn im Schaukelpferd anzuschaukeln. Lasse hingegen freut sich nen Keks, wenn er seinem Bruder etwas nachmachen oder ihn dank seiner flinken Bewegungen austricksen kann, um sich den Gegenstand der Begierde zu ergattern. Und hey: Streit unter Geschwistern gehört ja wohl dazu – ich kann jedenfalls ein Liedchen davon singen. Aber am Ende des Tages sind wir definitiv ein spitzen Team.

Fest steht: Zwillinge halten zusammen

Zwillinge halten zusammen – ein Leben lang

Und das gilt nicht nur für uns als Trio sondern vor allem für die beiden Bros. So ein Zwillingsdasein schweißt eben doch extrem zusammen. Wie sie sich freuen, wenn sie Mama überlisten konnten und gemeinsam als Team die komplette Tupperwaren-Schublade ausgeräumt haben… wenn sie stundenlang gemeinsam „Guckguck“ spielen und hinter Vorhang oder Tür hervorluken… wenn sie sich gegenseitig mit Salzstangen füttern oder sich die Weintrauben zukullern… wenn sie abends im Bett liegen und statt zu schlafen in ihrer Geheimsprache kommunizieren oder morgens nach dem Aufwachen auf mir herumhopsen, als wäre ich ein Trampolin… es gibt wahnsinnig viele Momente, die mein Herz zum Schmelzen bringen und in denen ich sooooo wahnsinnig froh bin, Zwillingsmama zu sein. Auch wenn beide ihren ganz eigenen Kopf haben, verschiedener nicht sein könnten und mich mit den unterschiedlichsten Dingen stolz machen: gemeinsam als Team sind und bleiben sie einfach am allerbesten.

In diesem Sinne, auf viele weitere großartige Zwillingsmomente!
Habt es fein…

Janna und ihre Doppelherzchen  

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