Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Husten, Schnupfen, Fieber – was tun, wenn ein Zwilling krank wird?

Es geht wieder los: überall wird gehustet, geschnäuzt und gefiebert. Kein Wunder bei dem Temperatur-Sturz und dem fiesen Schmuddelwetter. Hier bei Hamburg ist der Herbst jedenfalls mehr als angekommen und ich bin schon fleissig dabei, meinen Schrank umzusortieren: „tschüss Sommerkleidchen, hallo Gummistiefel!“

Dicke Winterjacken für die Jungs wurden auch schon ershoppt und’n Haufen Strumpfhosen liegt ebenfalls parat. Blöd nur, dass die warme Kleidung noch nicht mit Anti-Viren-Blocker gefüttert oder mit Grippewellenschutz ummantelt ist – das wäre echt ne super Erfindung, wie ich finde. Leider ist die Bekleidungsindustrie noch nicht so weit und somit ist wohl klar, dass ich meine Boys nicht vor Krankheiten schützen kann – zumal die ja wichtig sind, um das Immunsystem zu stärken. Hach, wie ich diesen Satz liebe: mag ja sein, dass was Wahres dran ist, aber das ist auch kein Trost, wenn dir zwei kleine Mini-Boys das Bett vollkotzen und gegen hohes Fieber ankämpfen. Dann denkt das Mama-Herz definitiv nicht: „hach, wie gut, dass die Kleinen nun ihr Abwehrsystem aufpeppen“ sondern vielmehr „Oh Gott, oh Gott, was soll ich nur machen, um meinen Minis zu helfen?“ Ich habe sehr gelitten, als die erste Krankheit anstand und hätte mich lieber selbst mit Gliederschmerzen und hohen Temperaturen abgeplagt, als meine eigenen Kinder so zu sehen – zumal man sich natürlich derbe in Sachen „Kuscheln“ zurückhalten muss, um nicht selbst auch noch auf der Grippewelle mitzureiten. Mega ätzend diese Situation. Braucht kein Mensch, diese beknackten Viren.

Wenn ein Zappelzwilling nicht mehr zappelt 

Letzte Woche hat es den kleinen Zappelzwilling getroffen. Von jetzt auf gleich stieg seine Temperatur auf 39,5 Grad an und der kleine Mann war kreidebleich um die Nase. Zum Glück hat er trotz seiner extremen Schlappheit nicht den Appetit verloren – ein gutes Zeichen, denn so konnten wir Halsschmerzen ausschließen und auf „viel Willen gesund zu werden“ plädieren. Weniger schön war jedoch, dass das, was im Magen des Zapplers ankam, des Öfteren wieder im hohen Strahl ans Tageslicht wollte. Da muss man schon ordentlich päppeln und aufpassen, dass so ein kleiner Wurm nicht zu viel Gewicht verliert. Er tat mir so unglaublich leid. Obwohl er tapfer sein Zappler-Grinsen aufsetzte und ab und zu für einen Lacher sorgte, war ihm anzusehen, wie schlecht es ihm ging. Geschlafen wurde etwa 70% vom Tag und während der drei Tage konnte der kleine Mann seinem Namen „Zappelzwilling“ definitiv nicht gerecht werden. Doch was tun? Das Einzige, was blieb waren Zäpfchen gegen das hohe Fieber, liebe Worte, zahlreiche Lieder und möglichst viel Flüssigkeit.

Hauptsache der chiller bleibt gechillt

Klar, der Chiller ist größer und kräftiger als sein 5 Minuten älterer Bruder, aber dennoch ist die Ansteckungsgefahr bei Zwillingen immens hoch und (da wären wir wieder bei dem heiß geliebten Spruch) ihre Immunsysteme eben noch nicht trainiert. Also musste ich irgendwie zusehen, dass die beiden so wenig Berührungspunkte wie möglich haben, damit ich wenigstens ein Kind vor den gemeinen Viren schützen konnte. Eine echt unschöne Aufgabe: die zwei gehören eben zusammen und sie voneinander zu trennen war für alle Beteiligten unangenehm. Besonders gelitten hat jedoch der gesunde Zwilling. Er konnte einfach nicht verstehen, warum sein Bruder im Laufstall liegen musste, während er auf der Krabbeldecke chillte. Und auch der Zappelzwilling lauerte stets durch die Gitterstangen, wenn das Zäpfchen wirkte und er mal nicht schlief oder ins Leere starrte. Genau in solchen Momenten machte ihm das „Guck-guck“ Spiel wahnsinnig Spaß und man konnte ihn richtig Aufblühen sehen. Also merke: die beste Medizin ist definitiv ein gesunder Zwilling, der den anderen zum Lachen bringt.

„Ich mach dich gesund“ sagte der Chiller

Wer kennt sie nicht – den Bär und den kleinen Tiger aus Janoschs Traumstunde? Ich bin jedenfalls mit dem Klassiker „Oh wie schön ist Panama“ aufgewachsen und wollte die Geschichte um das Land der Sehnsucht immer wieder und wieder hören. Für alle, die es nicht kennen, hier könnt ihr euch einen Eindruck machen oder in alten Kindheits-Erinnerungen schwelgen.

Ich musste jedenfalls direkt an die beiden Hauptfiguren denken, als ich meine beiden Doppelherzchen so miteinander kommunizieren sah und das Gefühl hatte, dass der Chiller dem Zappler gut zuredete. Ihr müsst nur beim Abspielen des Videos genau hinhören, dann könnt ihr ein „how are you?“ verstehen (unsere Twins sind eben Multilingual!) Der Zappler hat natürlich darauf reagiert und seinem Bruder sein Leid geklagt, woraufhin der Bruder antwortete „Kein Problem, ich mach dich gesund!“

Ehrlich. Ich hab es genau gehört 😉 Fast so, wie in meiner Lieblings-Geschichte vom Bär und dem kleinen Tiger, in der es darum geht, dass der kleine Bär dem Tiger dabei hilft, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Denn ich glaube daran, dass der Chiller mit der gleichen Methode die Viren des Zapplers verscheuchen und dafür sorgen konnte, dass er nach 3 Tagen wieder mit einem gesunden Zwillingsbruder spielen durfte. Denn gemeinsam sind die beiden wunderbar stark. Stark wie ein Tiger und stark wie ein Bär eben. Manchmal muss man sich einfach an Kindheits-Geschichten erinnern, um aus hässlichen Situationen positive Kraft zu ziehen, oder?

Wir wünschen euch jedenfalls starke Immunsysteme und Krankheitslose Tage.

Janna und ihre Doppelherzchen  

 

 

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