Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Krabbeln, rollen, robben – wenn Zwillinge mobil werden

So langsam wird es hier im Grammy-Haus ganz schön actionreich – und zwar aus einem einfachen Grund: die Twins werden mobil. Die Zeiten in denen man sie einfach ins Laufgitter legen konnte und nur zwischendurch ein Auge auf sie werfen musste, sind längst vorbei. Geschlafen wird eh nur noch für kurze Powernappings am Vor- und Nachmittag und ansonsten wird unsere 2x2m Krabbelmatte in vollen Zügen ausgenutzt und auch gerne überschritten. Nicht, dass die Jungs schon richtig krabbeln können – sie haben ihre ganz eigene Art der Fortbewegung gefunden:

Wohnzimmer-Expedition in umgekehrter richtung

Der Chiller geht in den Vierfüßler-Stand und drückt sich dann nach hinten. Er entdeckt unser Wohnzimmer also im Rückwärtsgang und liebt es sich unter Tische, Bänke oder den Kinderwagen zu schieben. Und ja: auch wenn ich es nie für möglich gehalten habe: er ist derjenige, der zuerst flügge geworden ist und im Krabbelkurs vorne liegt. Was wohl an seiner wahnsinnigen Kraft liegt, die der kleine Kerl aufbringen kann. Er ist zwar nach wie vor der gechilltere von beiden und kann auch einfach mal eine halbe Stunde herumliegen und aus dem Terrassenfenster gucken, aber nun, da er merkt, wie es voran geht, wird auch er beweglicher. Man kann definitiv keine 10 Minuten mehr in der Küche schnibbeln, ohne dass er den ersten Blumentopf kontrolliert und mit Erde um sich wirft oder unter dem Sofa nach runtergefallenen Salzstangen sucht. Also schnibbel ich die Zutaten für den Babybrei eben im Wohnzimmer und verfolge dabei das Levi-Kino, das definitiv besser ist als jede Netflix-Serie. Er hat einfach so viel Freude an seinen Expeditionen: Lacht sich schlapp, wenn er den Küchentisch von unten inspiziert oder an einer offenen Schranktür herumspielt – klar: wir haben alles Babysicher gemacht, aber manchmal bleibt in der Hektik eben auch mal was offen stehen und erfreut kleine Kinderfinger. Kann ja auch ganz positiv sein: so ist man von Zeit zu Zeit eben gezwungen Rumpel-Schränke penibel aufzuräumen, die vorher vom Chiller ausgeräumt wurden. Feuchttücher durch die Gegend zu werfen oder Pampers auseinander zu pflücken macht aber auch einfach soooo viel Spaß.

Rollen, drehen und unter den teppich kotzen

Der Zappelzwilling macht seinem Namen nach wie vor alle Ehre. Ich habe schon mal überlegt, ob ich ihm mein Nike Fuelband um den Fuß hänge, um ordentlich Punkte zu sammeln – auf 10km am Tag würde ich so sicher kommen ;-). Sobald er einen Ball sieht rastet er komplett aus und freut sich nen Keks. Das weitere Programm sieht dann in etwa so aus: Zappeln, zappeln, Ball festhalten, weiter zappeln, dem weggekickten Ball hinterherschauen und laut aufbrüllen, damit Mama den Laufburschen spielt und den Ball zurückholt. Dieses Spielchen können wir über Stunden spielen ohne, dass der kleine Mann müde wird. Mama leider schon, also muss der Ball irgendwann unauffällig verschwinden. Zumal der Zappler noch nicht in der Lage ist, sich wie sein Bruder quer durchs Wohnzimmer zu, naja sagen wir mal „SCHIEBEN“. Er kann sich zwar in die gewünschte Richtung navigieren, indem er sich auf den Bauch legt und dann dreht, aber um sich nach vorne oder hinten zu bewegen fehlt es dem Kleenen noch an Kraft. Er dreht sich lieber quer über die Matte, um seinem Bruder den Schnuller oder ein Spielzeug zu klauen oder seiner Lieblingsbeschäftigung (nach dem Ball) nachzugehen: das Ende der Krabbelmatte zu inspizieren, darunter zu luken und Sachen darunter zu verstecken. Da er dafür meist ewig lange auf dem Bauch liegt und Arme und Beine von sich streckt (eine Sportübung, die ich auch öfter machen sollte, um das Bäuchlein zu trainieren – hammer anstrengend kann ich nur sagen), kommt dabei oft mehr als ein Bäuerchen mit. Aber macht ja nichts: nach dem Kötzerli wird einfach die Matte wieder drüber gelegt und der Zappler dreht sich wieder in eine andere Richtung als wäre nichts gewesen. Man sollte also bei Zeiten öfter mal unter den Teppich schauen, um größere Sauereien zu vermeiden. Spätestens wenn es streng riecht weiss man, dass man seinen Pflichten als Hausfrau öfter nachkommen sollte.

wie es wohl wird, wenn sie erstmal laufen 

Dass da noch einiges auf mich zu kommt, wurde mir allerdings erst richtig bewusst, als ich vor Kurzem eine bekannte Zwillingsmama mit ihren Boys in unserer Lieblingsboutique traf: Rossmann. Ihre Jungs sind schon ein Jahr älter und flitzen munter durch die Weltgeschichte – oder in diesem Fall eben durch die Drogerie. Während wir also fröhlich plaudernd beschlossen, uns bald mal wieder auf einem Spielplatz ums Eck zu treffen, flog der erste Nagellack quer durch den Markt und ergoss sich, herrlich rosé glänzend über dem Rossmann-Fußboden. Kann ja mal passieren – auch wenn die Verkäuferin nicht ganz glücklich aussah und meiner Bekannten einen guten Nagellack-Entferner empfahl. Denn nicht nur der Fußboden leuchtete, auch einer der Zwillingsjungs hatte rosé-farbene Patschehändchen, die fix in Mamas Bluse abgeputzt wurden, während der Papa schon hinter dem anderen kleinen Rabauken herlief, der gezielt zu den köstlichen Quetschie-Packungen gerannt war. Yeah, so sieht das also in ein paar Monaten aus: der eine in die eine, der andere in die andere Richtung und Mama hechelnd hinterher. Wird sicher lustig werden und das Beste ist:  das Fitnessstudio spart man sich in jedem Fall. Ich freu mich jedenfalls schon drauf – auch wenn ich ganz schön Respekt vor zwei kleinen, LAUFENDEN Ganoven habe. Naja, dauert ja noch ein bisschen, schließlich sind wir gerade erst beim Krabbeltraining.

Meine Zwillingsjungs werden gross 

Fakt ist: meine Boys sind so rasant groß geworden, dass ich fast nicht glauben kann, dass sie erst 7 Monate bei uns sind. Jeden Tag können sie etwas Neues, interessieren sich für etwas anderes und necken sich gegenseitig. Daneben kommen die Momente, in denen sie lauthals miteinander plaudern, schmusen oder dem anderen den Kopf tätscheln – da hat man als Mama schon mal Pipi in den Augen, muss ich gestehen. Neulich brachten wir die beiden nach einem super anstrengenden Tag mit Bahnfahrt, Babykrabbeln und extremer Hitze ins Bett und waren sicher, dass sie vor Erschöpfung sofort einschnarchen würden – aber siehe da: die Jungs zogen es vor, sich bei einer Runde „Guck Guck“ über die Bettchenränder halb totzulachen und jegliche Müdigkeit vergessen zu haben. Immer und immer wieder ging ein Köpfchen hoch und lukte über den Bettrand, um das Brüderchen zum Lachen zu bringen. Ein super niedliches Spielchen, das irgendwann dann doch vom Sandmännchen beendet wurde. Was soll ich sagen, die Doppelherzchen sind einfach zwei klasse Kerle, die ich über alles liebe. Gerade weil sie so unterschiedlich sind und ihre ganz eigene Persönlichkeit haben. Eines haben sie definitiv gemeinsam: sie sind echte Strahlemänner und echte Herzensbrecher.

Viele krabbelige Momente und alles Liebe wünschen

Janna und ihre Doppelherzchen  

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