Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Brei oder Baby-led weaning – wie die Doppelherzchen essen lernen

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, war es in der letzten Woche sehr ruhig hier auf dem Blog. Mama hat einfach zu viel zu tun: es musste ein großartiges Geburtstagsgeschenk für den größten meiner Lieblings-Jungs hergestellt werden (an dieser Stelle leider noch top secret ;-)), ich wurde von tollen Menschen besucht oder wir waren selbst unterwegs und nebenher haben wir viele neue Brei-Rezepte, sowie Fingerfood ausprobiert.

Denn ja, wir sind nun seit 1,5 Monaten mit der Beikost gestartet und ich stelle fest: auch in diesem Punkt sind unsere Zwillinge komplett unterschiedlich. Der Zappelzwilling ist stets hungrig und abenteuerlustig und der Chiller (seiner Natur getreu) eher essfaul und gemütlich unterwegs – er lässt sich lieber bedienen, als selbst zum Löffel zu greifen.

Zermatscht oder auch mal breilos? 

Während Lasse in Sachen „Pre-Nahrung“ ein kleiner Problem-Trinker war und eeeeeeewig lange für eine Flasche brauchte, haut er nun richtig rein (man braucht eben viel Energie für das Zappeltraining). Zudem ist er wahnsinnig neugierig und will alles, was Mama in den Mund steckt auch ausprobieren – was natürlich nicht bedeutet, dass er das auch darf, denn schließlich esse ich nicht den ganzen Tag Bananen, Dinkelkekse oder Babyreiswaffeln. Aber genau diese Dinge, darf er nun mit seinen fast 7 Monaten selbst entdecken. Denn auch wenn auf mancher Babyreiswaffel-Verpackung „ab 8 Monaten“ steht, bin ich der Meinung: jedes Kind ist anders und zeigt uns als Eltern, was es kann oder eben auch nicht. Das Schlimmste, was passieren kann ist natürlich, dass sie zu hastig und zu gierig sind und sich an zu großen Stückchen verschlucken – aber das kann beim Brei eben auch passieren, zumal sie durch den Verzicht aufs Kauen viel schneller schlucken und so oft ins Würgen geraten. Dementsprechend lasse ich die Kids natürlich NIE alleine essen und beobachte alles ganz genau. Sollte einmal wirklich ein zu großes Stückchen quer liegen, gibt es einen kleinen Klaps auf den Rücken und schwups: ist es wieder ausgehustet.

Baby-led weaning als alternative?

Dass ich meinem kleinen Zappler und natürlich auch dem Chiller ab und zu mal ein Fingerfood reiche und sie ausprobieren lasse, heisst aber nicht, dass ich sie komplett nach dem Baby-led weaning (BLW) Prinzip ernähre. Denn demnach müsste ich vollständig auf Brei und Löffel verzichten und es den Kleinen selbst überlassen, sich zu füttern und satt zu kriegen. Fans dieser Methode sind davon überzeugt, dass sich die Kinder dadurch schneller an feste Nahrung gewöhnen, mehr Nahrungsmittel in ihren Speiseplan aufnehmen und somit nicht zum Erbsenpuler werden – da ist sicherlich auch viel Wahres dran, aber ich für meinen Teil, will dann doch nicht auf leckere Brei-Rezepte verzichten. Kühle Möhre für das zahnende KindZumal unser Chiller trotz seiner zwei Zähne absolut kein Fan von Fingerfood ist. Im Gegensatz zu seinem Bruder, hält sich seine Entdecker-Lust in Grenzen und er patscht lieber in einem Stück Banane herum, statt es in den Mund zu schieben. Dafür liebt er es, auf kühlen Möhren herumzukauen – ein super Tipp für zahnende Kinder, die sichtlich leiden.

Und was soll ich sagen: auch der Geschmack der Jungs ist absolut unterschiedlich. Beim Zappler darf der Brei ruhig etwas gröber und körniger sein – denn er baut schon jetzt das Kauen ein. Der Chiller hingegen hält nicht viel vom Kau-Aufwand. Er lutscht lieber sehr flüssige Breie vom Löffel und bemüht sich dabei, mehr zu trinken, als tatsächlich zu essen. Zucchini, Brokkoli, Spinat oder sonstiges grünes Gemüse ist dabei übrigens absolut tabu. Sobald er etwas grünes auf dem Löffel sieht, geht das Geheule schon los. Er verzieht das Gesicht so sehr, dass man sich zusammenreißen muss, nicht laut loszulachen, obwohl man sich eigentlich ärgert, dass der selbstgekochte Brei nicht angenommen wird. Der Zappler hingegen isst so gut wie alles. Es darf bei den Fruchtbreien jedoch nicht zu exotisch werden. Soll heißen: Mango und Kiwi sind raus. Himbeere und Erdbeere noch so einigermaßen okay und Birne wie Apfel werden heiß geliebt. Heißt für Mama: ich muss immer einen Kompromiss finden, den beide essen. Süßes Gemüse mit Herzhaftem verbinden. Einen Brei etwas gröber anrühren und bei dem anderen etwas weniger Korn hinzufügen. Wie das im Detail aussieht, erkennt ihr an unseren Top 5 der selbstgemachten Babybreie.

Unsere Top 5 der selbstgemachten Babybreie

Der versüßte Klassiker

Unser Chiller mag leider weder reinen Möhrenbrei, noch die Kombination mit herkömmlichen Bio-Kartoffeln. Und auch der Zappelzwilling hat von dem puren Klassiker Verstopfungen bekommen. Deshalb musste ich mir was überlegen, um nicht auf das gesunde Beta-Carotin der Karotte verzichten zu müssen und dennoch den milden Geschmack der Möhre zu pushen – denn sobald es herrlich süß schmeckt, ist auch Levi wieder im Boot. Die Lösung: Süßkartoffel. Sie macht den Brei zum einen nahrhafter, süßer und vor allem verdaulicher – zumindest konnte ich das bei unserem Zappler feststellen. Manchmal kombiniere ich den Brei aus Möhren, Süßkartoffeln und einem kleinen Stück Bio-Butter sogar mit einem Spritzer frischem Orangensaft, was auch super ankommt. Und natürlich achte ich darauf, dass ich mit Bio-Produkten arbeite. Nein, nicht, weil ich eine Öko-Mama bin, sondern, weil das wirklich Sinn ergibt. Schließlich kommt das Obst und Gemüse dann nicht aus Spanien, Portugal oder, oder, sondern vom Bauern ums Eck. Und je kürzer die Transporte, umso frischer die Ware und je frischer das Obst und Gemüse, desto höher der Vitamingehalt. Logisch, oder?

Ich schneide etwa 6 Möhren und eine Süßkartoffel  in kleine Stücke, gare das ganze für etwas 45 Minuten (damit es auch richtig schön weich ist und sich gut pürieren lässt), haue noch einen Spritzer Orangensaft und etwa 100ml abgekochtes Wasser dazu und schon kann das Ganze zu einem leckeren Brei verarbeitet werden. Einen Teil bewahre ich direkt auf und füge ein klein bisschen Butter oder Rapsöl hinzu, der Rest wird portionsweise eingefroren.

Obstbrei mal anders

Wenn Mama auf Avocado steht, warum dann nicht auch die Kleinen? Zumal sie als Superfood gilt und jede Menge wertvolle Fettsäuren und Vitamine enthält. Ich hab’s ausprobiert – in Kombination mit süßem Apfel versteht sich – und es kommt super an. Und ja, ich sehe diesen Brei als Mittagsbrei an, denn auch wenn die Avocado streng genommen zu den Beeren gehört und somit eine Frucht ist, ist sie ein absolutes Kraftpaket und kann mit ihrer Kalorien-Power definitiv viele Gemüsesorten übertrumpfen.

Ich nehme für den Brei einen kleinen Apfel, eine kleine Avocado, vier EL Dinkel-Schmelzflocken und ein wenig Fencheltee. Da wir einen Vaporiastor haben, geht das Dünsten des Apfels ruckzuck. Einfach schälen, in Stücke schneiden und etwa 15 Minuten dünsten – ansonsten kann man das Obst natürlich auch einfach kurz aufkochen (leider gehen dann aber auch mehr der wichtigen Vitamine flöten). Nebenher die Schmelzflocken einweichen lassen und die Avocado auskratzen, um anschließend alle Zutaten mit dem Pürierstab zu behandeln und in einen cremigen Brei zu verwandeln. Der muss dann aber auch direkt verfüttert werden, denn sonst verfärbt sich das Ganze zu einem braunen K*** Haufen, der weder schmeckt, noch schön anzusehen ist.

3 Früchtchen

Eine kleine Obstmahlzeit zwischendurch muss unbedingt sein, schließlich muss der Vitamin-Akku stets aufgefüllt werden. Ich werfe dazu gerne erst einen geschälten und zerschnittenen Apfel in den Vaporisator (an apple a day keeps the doctor away) und gare ihn 10 Minuten. Gerade Apfel hat eine super positive Wirkung auf die Verdauung, wie man nach dem Brei meist feststellen kann ;-). Nach 10 Minuten werfe ich noch klein geschnittene Nektarinen-Stückchen hinzu, die für die Vitamin B3 und Mineralstoff-Ladung sorgen sollen und zum Schluss kommt noch 5 Minuten die Banane ins Gar-Meeting.

Auch wenn diese eigentlich gar nicht gekocht werden müsste und so in den Brei gematscht werden könnte – leider sind die Biester auch immer ordentlich mit Pflanzenschutzmitteln vollgepumpt, so das ich mir angewöhnt habe, auch Bananen kurz zu garen. Aber klar: durch die schön weiche Konsistenz und die leckere Süße bekommen die Jungs auch mal ein Stückchen so auf die Faust. Aber auch hier gehe ich auf Nummer Sicher und greife zu BIO. Die gegarten Früchte nur noch im Mixer zu Brei verwandeln und schon kann der Pausensnack ins Baby-Mäulchen wandern.

Birne meets Korn

Birne mit Schmelzflocken

Birne lieben beide Boys. Und das ist auch gut so, schließlich ist es ein super Obst mit vielen Ballaststoffen und einem geringen Säuregehalt. Deshalb kommt dieser Mix auch ganz besonders häufig zum Einsatz. 5 EL Haferflocken in ungezuckertem Apfelsaft einweichen lassen, Birne schälen und in den Vaporisator (oder Kochtopf) werfen und anschließend wieder einmal den Mixer oder auch Pürierstab anschmeissen. Ruckzuck ist diese köstliche Zwischenmahlzeit fertig und obwohl man natürlich Bio-Produkte nehmen sollte, spart man im Vergleich zu den tausend Gläschen eine Menge Kohle. Und wer es sich noch leichter machen will, kann seinem Kind ab 6 Monaten auch einfach mal ein Stückchen reife Birne so geben. Denn dank der weichen Konsistenz können die Kleinen das Fruchtfleisch am Gaumen zerdrücken und kleien Birnen-Portionen auch schon pur essen.

Bananen Power

Dass der Chiller Banane mag, muss ich wohl nicht erwähnen. Schließlich ist dies wohl die süßeste Frucht überhaupt – aber eben auch ein echtes Power-Food. Wenn es also mittags mal nicht so gut geklappt hat und wenig gegessen wurde, baue ich am Nachmittag gerne mal einen echten Power-Brei ein. Denn den liebt nicht nur Levi, auch Lasse findet die Süßspeise genial. Einfach Zwieback in Wasser einweichen, Banane zerschnibbeln und alles in den Mixer hauen – fertig. Ich achte darauf, dass es Dinkel- oder Light-Zwieback ist, weil der Zuckerschock sonst schon ganz schön hoch ist 😉

Aber wie schon erwähnt, feste Nahrung zwischendurch ist bei uns auch ganz normal. Und wenn ihr euch wundert, warum unter unseren Top 5 kein Fleisch zu finden ist: auch das bauen wir regelmäßig ein. Allerdings kaufe ich Hühnchen, Fisch oder Rind lieber im Glas. Keine Ahnung warum, aber die Vorstellung Hühnchen und Co in den Vapo zu hauen, ist irgendwie too much für mich. Ein Glück gibt es Hipp, Alete und Co, die sowas anbieten.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Brei schlemmen, Fingerfood testen und vor allem: HERUMSAUEN – denn das gehört eben dazu.

Janna und ihre Doppelherzchen  

 

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