Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Von Pampers bis Kuscheleinheiten – der Zwillingsalltag in Zahlen

Eigentlich hab ich’s ja nicht so mit Zahlen – was mein ehemaliger Mathelehrer definitiv bestätigen kann. Aber als Zwillingsmama muss ich mich damit abfinden, dass ich den ganzen Tag über ständig auf die Uhr schaue, mir Zeitfenster ausrechne,Wasser- und Milchpulver Angaben addiere oder Lebensmittelportionen auswiege. Welcome to my life. Wenn das so weiter geht, kann ich nach 1,5 Jahren Elternzeit meinen Job als Texterin an den Nagel hängen und ins Finanzwesen wechseln, um weiter mit Summen & Daten zu jonglieren. Was natürlich auf keinen Fall passieren wird, weil ich meine Kollegen schon jetzt sabbernd und lechzend mit dem Kinderwagen besuchen komme. Aber ein Blick auf meinen Tagesablauf lässt erkennen, warum ich nicht mehr weit davon entfernt bin ein Zahlenfreak zu werden:

ein ganz normaler Zwillingstag

Mein Tag beginnt fast immer um 6Uhr +/- 30 Minuten. Denn dann werden die Jungs nach etwa 10 Stunden Schlaf zum ersten Mal wach und haben derbe Hunger. Also: Buddel gemacht und schwups, rein in die hungrigen Mäulchen. Ob wir danach direkt aufstehen hängt vom Wochentag, Terminen und Mamas Befinden ab. Manchmal kuscheln wir auch einfach noch im elterlichen Bett, was dazu führt, dass die Jungs noch mal für 1-1,5 Stunden wegdösen (Ausnahmen bestätigen die Regel, versteht sich). Wenn ich direkt aufstehe, verschiebt sich diese Penn-Runde um 40-60 Minuten, weil die Boys dazwischen gewickelt und angezogen werden und danach dann doch recht wach sind.

Unsere Twins sind echte Schnarchnasen und lassen Mama und Papa durchschlafen!

Heißt soviel wie: entweder kann Mama nach der ersten Fütterung um 6Uhr noch mal 1-1,5 Stunden schlafen, oder aber direkt aufstehen und danach die Zeit für DINGE nutzen. Einen wachen Kopf muss man aber trotzdem haben, wenn es an die erste Fütterung geht, da exakt 6 Löffel Milchpulver mit 180ml abgekochtem Wasser vermischt werden wollen – nicht mehr und nicht weniger versteht sich! So kommt man nachher auf etwa 200ml Milch, die der Chiller in 10 Minuten wegzieht und für die der Zappler etwa 30 Minuten benötigt (wenn er sie überhaupt ganz aufbekommt).

Der Zahlenreiche Vormittag 

Danach geht es dann ans Wickeln. Denn nach 10 Stunden Schlaf hat sich so einiges an Pipi in der Hose breit gemacht. Das ist dann also Pampers Nr.1 – für den kleinen Zappler noch in Größe 3, während unser Riesenbaby schon Größe 4 tragen muss. Meistens kann ich aber nach 20 Minuten direkt Pampers Nr. 2 nachlegen, denn in eine neue Windel kackt es sich einfach viel schöner 😉 Spätestens nach dem nächsten Snack um 10Uhr kann ich Pampers Nr. 3 nachlegen. Zu dieser Uhrzeit gibt es dann 190g leckeren Früchtebrei.

Danach gehen wir dann eine Runde spazieren und im Anschluss eine Kleinigkeit einkaufen – denn irgendwas braucht man ja immer: entweder Klopapier, Zahnpasta, Käse… oder aber Windeln, Brei oder andere Baby-Utensilien. Meistens habe ich das Glück, dass die Twins gerade im Kinderwagen sitzen, wenn ein – oder beide Köpfe hoch rot werden und Pampers Nr.4 fällig ist – also noch mal Abschnallen, Ausziehen und Popo sauber machen. Und das am Besten laut singend und freudig gestimmt, damit dem anderen im Kinderwagen nicht langweilig wird… So, raus an die frische Luft. Doch sobald ich mit den Kleinen rausgehe und eine Runde drehe, geht das Gezähle weiter. Denn wenn ich für den Satz „Ach wie schön, sind das Zwilling? Die machen aber sich viel Arbeit, oder?“ einen Euro bekommen würde, hätte ich wohl keine Geldsorgen mehr – den höre ich in etwa 5-8x. Ständig muss man anhalten, die Leute gucken lassen und Fragen beantworten. Ist ja schön, dass sich die Leute für die Jungs interessieren, aber wenn man im Supermarkt durch das ganze Getratsche die Hälfte vergisst, ist das so semi produktiv…

Wieder zuhause angekommen ist Pampers Nr. 5 fällig – wir haben ja schließlich eine Spritztour gemacht (okay, sorry für das Wortspiel – manchmal brennt das Kalauer-Fieber in mir). Die Jungs sind jetzt hellwach und wollen bespaßt werden – oder sie beschäftigen sich eben miteinander. Denn wenn ich mich nicht schon vorab um den Mittagsbrei gekümmert habe und auf den Vorrat im Gefrierschrank zugreifen kann, fängt nun das Geschnibbel, Gekoche und Gestampfe an – für meine Süßen gibt es schließlich nur das Beste. Der momentane Renner: Süßkartoffel mit Pastinake und Bio-Huhn. 200g davon sind für die beiden kein Problem. Manchmal greifen wir aber auch auf Hipp Gläschen zurück, wenn kein frisches Gemüse am Start ist oder die Zeit fehlt – oder nehmen die gute alte Pre-Nahrung, wenn wir unterwegs sind. Und wie soll es anders sein: auch danach wird wieder die Windel gewechselt: Pampers Nr. 6 wartet.

Am Nachmittag wird weiter gezaehlt

Nach dem Mittagessen ist der Chiller meist müde und fällt für 30 Minuten in ein Fresskoma. Nicht so der Zappelzwilling – er dreht jetzt richtig auf, um dann einzupennen, wenn sein Bruder wieder wach geworden ist. „Super. Wäre ja auch zu schön, wenn beide gleichzeitig einen Mittagsschlaf einlegen“… Wenn es nicht gerade Kuhscheiße regnet, ist nach dem Mittag meist Zeit für Unternehmungen. Sei es „in die Stadt fahren und Freunde besuchen“, „sich mit Bekannten aus der gleichen Ecke auf dem Spielplatz treffen“ oder „Besuch empfangen und dann zur nächsten Eisdiele latschen“. Irgendwas ist meistens… Denn sonst wäre es ja auch langweilig. Für die Twins wahrscheinlich weniger, als für die Mama. Aber egal, was wir vorhaben: irgendeiner macht noch mal sein großes Geschäft, wenn es eigentlich losgehen soll – also Pampers Nr. 7.

Natürlich muss ich auf der Uhr haben, dass die Jungs gegen 16 Uhr und 16.30 Uhr wieder Hunger bekommen und ungnädig werden, wenn Muttern nicht ne Buddel oder ein weiteres Gläschen Fruchtbrei am Start hat. Dementsprechend muss man so timen, dass man zu dieser Uhrzeit wieder zuhause, oder aber definitiv in Begleitung ist. Denn ohne Hilfe zwei Kids in der Bahn oder in irgendeinem Café zu füttern macht nicht ganz so viel Spaß – zumal es dann richtig blöd wird, wenn man selbst mal für kleine Königstiger muss. Achja übrigens: die „Sind das Zwillinge?“ Fragerei geht natürlich nun weiter. Am Nachmittag bekomme ich sicher auch noch mal 3-6x zusammen.

Ratet mal, was nach dem Zwischensnack am Nachmittag kommt? Ja richtig: Pampers Nr. 8! Und die nächste „Knuddel- und Bespaßer-Runde. Nun wird gesungen, gequatscht und Faxen gemacht. Wie oft ich am Tag „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ singe – das habe ich tatsächlich noch nie gezählt. Aber vermutlich Drölfzig Mal wenn nicht Hundertdrölfzig Mal 😉

Endstand am abend

Am Abend wird der Zappelzwilling meist kurz vor dem Abendbrei noch mal müde. Denn er hat nicht (wie sein Bruder) zwischendurch noch mal die Augen zugemacht, sondern sich komplett verausgabt. Meist wird noch mal zwischen 18.30 und 19.00Uhr geschnarcht, um dann fit für die letzte Mahlzeit und die letzte Windel um 19.30 Uhr  zu sein. Pampers Nr. 9-10, denn auch nach dem Abendschmaus gilt: in die frische Windel macht es sich einfach besser. Und selbstredend kann man die Pampers-Anzahl nun mal 2 nehmen, was ein Endergebnis von 18-20 Pampers am Tag macht – crazy oder? Wir brauchten dementsprechend direkt ne größere Mülltonne. Gegessen werden 150g Grießbrei und danach gibt es noch einen Schluck aus der Flasche – zwischen 100 und 150ml werden dann noch vernichtet, bevor ich 2x (für jeden Boy natürlich) „La Le Lu“ singe. An guten Tagen reicht das, um die Jungs ins Traumland zu schicken, an schlechten rennen wir auch gerne noch mal 3-4x nach oben, um einen der Jungs zu beruhigen. Was soviel heißt wie: zwischen 20 und 20.30 Uhr ist dann endgültig Schicht im Schacht und Mama und Papa haben Feierabend. Ich finde: verdient. Und das einzige, was ich am Abend dann noch zähle, sind Schafe, wenn ich gegen 22.30Uhr in meinem Bettchen liege.

In diesem Sinne: auf weitere zahlreiche gute Tage.

Janna und ihre Doppelherzchen  

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