Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Weinchen, Bier, Prosecco – darf man als Mama eigentlich Alkohol trinken?

Gestern an Vatertag habe ich mich tatsächlich gefragt: warum ist es Vätern eigentlich offiziell erlaubt mit dem Bollerwagen loszuziehen, sich literweise Alkohol in die Figur zu schieben und sich gerne auch mal komplett daneben zu benehmen – während wir am Muttertag ne Schachtel Pralinen auf dem Tisch liegen haben und trotzdem den normalen Alltag bestreiten? Nicht, dass ich sonderlich heiss darauf wäre, stundenlang durch die Walachei zu rennen, mich von Dosenbier zu ernähren und ne vertrocknete Wurst vom Einweggrill zu kratzen, aber trotzdem stellt sich mir die Frage: warum gibt es diese Rituale und wie wäre es, wenn wir Frauen am Muttertag schon mit ’nem Sektfrühstück anfangen würden?

Ein Schluck in Ehren kann keiner verwehren – oder doch?

Warum ich mir diese Fragen stelle? Naja, zugegeben: ich bin niemand, der in ein gekühltes Glas Weißwein spuckt. Und ne gepflegte Kieztour gehörte in meinem vorherigen Leben auch häufiger zum Wochenende dazu. Ich bin eben ein Emsland-Mädchen. Heißt: ich komme aus der Region Deutschlands in der wohl mit am meisten gesoffen wird – und somit bin ich es gewöhnt, dass bei jeder kleinen Feierlichkeit ein Schnaps auf dem Tisch steht (den ich tatsächlich nie getrunken habe, aber wir reden ja nicht nur von den kurzen Köstlichkeiten). Aber nun da ich Mutter bin, ist natürlich alles anders… jetzt muss ich Verantwortung übernehmen und für meine kleinen Stinker da sein – was absolut gut so ist. Und trotzdem hat man nach 0,0 Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit schon mal Lust auf einen Schluck Sekt, ein Glas Weißweinschorle oder ein Bierchen am Abend. Aber darf man das als Mama überhaupt trinken?

Als ich neulich mit meinem Zwillingswagen im Supermarkt in der Schlange stand und 2 Flaschen Wein auf dem Band liegen hatte (weil wir am Abend Besuch erwarteten) hatte ich schon das Gefühl, dass ich dumm angeguckt wurde. Und den Scherz eines alten Mannes hinter mir, der auf die Flaschen zeigte und „für jeden eine, wa?!“ äußerte, fand ich jetzt auch nicht sonderlich lustig. Muss ich mich etwa schämen, wenn ich als Mutter Alkohol kaufe? Ich habe ja nicht vor, mir die 2 Pullen alleine im stillen Kämmerchen hinter die Binde zu kippen und danach mit meinen Kindern „Hoppe, hoppe Reiter“ zu spielen. HALLO???  Ich rede von einer Weißweinschorle am Abend oder auch 2… naja, vielleicht sogar 3, ich alte Saufkuh… aber ich rede garantiert nicht von einem Besäufnis.

Ein Weinchen am Abend darf doch sein, oder?

UND WIE IST DAS MIT DER AUFSICHTSPFLICHT?

Cheers!

Ich gebe also zu: ein Glas Wein am Abend steht im Hause Grammersdorf schon mal auf dem Tisch. Genüsslich zum Ausklang der Woche mit einer Netflix-Serie… schon was geiles! Aber auch das wird natürlich nicht regelmäßig zelebriert – schließlich wissen die Kinder nicht, dass Wochenende ist und wollen auch am Samstag oder Sonntag Morgen um 6 Uhr ihr Frühstück in Empfang nehmen. Doch wie ist das eigentlich, wenn auf einem Geburtstag oder einer anderen Festlichkeit schon nachmittags Alkohol ausgeschenkt wird? Also zu einem Zeitpunkt an dem die Kids noch nicht im Bett liegen und friedlich vor sich hin schlummern. Darf ich dann auch ein Glas Sekt trinken, oder verletze ich dann meine Aufsichtspflicht? Ein Gedanke, der mir kam, als wir neulich beim Grillen mit Freunden eine Flasche Sekt aufmachten. Und zwar um 17Uhr nachmittags. Ich habe zwar ein Glas mitgetrunken, hatte aber schon irgendwie ein schlechtes Gewissen. Andererseits: ich war natürlich nicht betrunken oder angeschwipst, weil es dazu eben auch Fettiges vom Grill gab und ich das Glas nicht Ex oder hopp weggekippt hab. Ich hätte sogar noch Auto fahren können, wenn es darauf angekommen wäre. Aber die Frage steht noch immer im Raum: muss man sich als Mama lieber komplett zurück halten und aufs 0,0 Prinzip setzen oder ist es völlig in Ordnung auch mal zum Sektglas zu greifen?

Ich für meinen Teil habe mich dazu entschlossen, mir auch mal was gönnen zu dürfen. Zumal die Kleinen ja noch Babies sind und nichts davon mitbekommen. Wie ich es handhabe, wenn die Kleinen schon mehr verstehen und neugierig werden, weiss ich allerdings noch nicht. Vielleicht hast du ja einen Tipp? Dann heraus damit. Ich freue mich über jede Meinung, Ratschläge und kritische Äußerungen.

Alles Liebe und Prost sagt,

Janna mit Lasse & Levi  

3 Discussions on
“Weinchen, Bier, Prosecco – darf man als Mama eigentlich Alkohol trinken?”
  • Da ich ja auch Emsländerin bin, kenne ich das mit dem Alkohol ganz gut 😉. Mein Mann ist seit gestern Mittag zelten und gäbe es das Fräulein nicht, wäre ich auch dabei. Ich halte es so, dass ich schon mal eine Weinschorle oder ein Alster trinke, das empfinde ich auch nicht als schlimm. Am letzten Wochenende waren wir auf einem Geburtstag und das Fräulein bei meinen Eltern, aber trotzdem hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf, dass ich spätestens am nächsten Mittag wieder fit sein muss und möchte.
    Ich nehme also schon Rücksicht, aber 0,0 muss auch nicht sein, finde ich.

    • Hihi und dann auch noch Meppenerin, wie ich gesehen habe 😉 Da haben wir ja was gemeinsam! Naja klar, das ist es: man muss fit sein und zu jeder Zeit funktionieren. Deshalb halte ich das Ganze wie gesagt auch in Grenzen 😉

  • Hey,
    Nicht nur im Emsland wird viel getrunken 🙂 ich bin gerade etwas nachdenklich geworden, ich bin derzeit noch am Stillen und hab mich ehrlich gesagt schon auf die „ab’zapft is“ Party gefreut… aber eigentlich hätte es mir ja auch klar sein können dass es dann nicht mehr so sein wird wie früher. Aber so ab und an einen Feierabenddrink, wenn die Kleinen im Bett sind werd ich mir schon gönnen – und ein Bier oder nen Sekt beim Grillen nachmittags ist denk auch ok, wenns jetzt nicht grad täglich ist. Sag ich jetzt mal so, aber wer weiß; )
    Liebe Grüße und ein Prosit in den Norden,
    Steffi

Leave A Comment

Your email address will not be published.