Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Hör mal wer jetzt spricht – der Zappelzwilling meldet sich

Moin *hechel*, Moin *hechel*, ich bin der Zappelzwilling und trainiere gerade wieder an meiner neusten Tanz-Choreo. Denn wer später mal ein richtig cooler Breakdancer werden will, muss eben fleißig üben – und das mache ich: all day long. Es heißt doch immer „man kann gar nicht früh genug mit seinem Hobby anfangen, um Profi zu werden. Tja, und deshalb habe ich auch schon in Mamas Bauch ordentlich Pirouetten gedreht. Naklar, ab und zu gönne ich mir auch mal eine kleine Pause und verfalle in ein tiefes Nickerchen (Sport ist eben ganz schön anstrengend) aber das kommt höchstens mal am Vormittag vor, wenn ich noch nicht richtig ausgepennt habe.

Müder Zappelzwilling

Also doch häufiger als gewünscht, denn meistens werde ich viel zu früh von meinem Bruder geweckt. Der liegt dann heulend neben mir und will mal wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Essen! Echt anstrengend kann ich euch sagen. Da will man pennen und der Typ neben einem brüllt solange, bis Mama uns beiden das Frühstück serviert. Naja, Hunger hab ich dann schon irgendwie, aber ich hätte eben auch noch länger nickern können. Aber wenn man schon mal wach ist… Meistens ist das so zwischen 6 und 7 Uhr morgens. Das muss man sich mal überlegen: um 6 UHR!!! Und das obwohl wir noch zu klein zum arbeiten sind und meistens gar keine Termine haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich eine Zeit lang noch früher wach geworden bin, weil ich tierischen Hunger hatte. Ist ja auch logisch: abends war ich einfach zu beschäftigt mit der Choreo, um meine Pulle leer zu machen und somit musste ich dann nachts noch nen Zwischensnack einlegen. War mir aber auf Dauer zu anstrengend und Mama hat mich auch immer sehr verpennt & ungehalten angeschaut. Dann doch lieber abends ‘nen Schuss mehr süppeln und schon funktioniert das auch mit dem „lange Schlafen“ – wenn da mein Bruder nicht wäre…

Nach dem Zappeln folgt das Zungentraining

Auch das Singen übe ich schon fleißig – ist doch viel praktischer, wenn man nicht nur als cooler Tänzer glänzen, sondern die Mädels auch mit seiner Stimme begeistern kann. Blöd ist nur, dass ich die Verbindung von Mund, Zunge und Stimmbändern noch nicht so richtig connected bekomme. Keine Ahnung, wie Mama das immer macht, wenn sie mir unentwegt „La Le Lu“ oder „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ vorträllert, aber das werde ich schon noch herausbekommen. Erstmal mache ich ordentlich Zungentraining und wenn dann noch die Töne so rausfliegen, wie ich mir das vorstelle, klappt’s auch mit dem Balladen dahin schmettern. Aber hey: dafür kann ich jetzt schon richtig coole Spucke-Bläschen machen! Das muss man auch erst mal hinbekommen, ohne dabei zu sabbern.

Wenn ich also nach dem Frühstück ein paar Stunden an meinem Tanztalent gefeilt habe, wird anschließend die Zungenfertigkeit trainiert. Meist mache ich das, wenn Mama meinen Bruder und mich im Kinderwagen umher schiebt. Da habe ich eh nicht viel Platz zum Zappeln und schaue mir lieber an, wie der kleine Hampelmann über mir lustig hin und her wackelt. Aber auch der wird irgendwann langweilig. Also versuche ich es ab und zu doch mal mit dem Ausruhen und der Augenpflege. Natürlich nur in der Zeit, in der mein teures Gefährt auch ordentlich geschoben wird und es angenehm wackelt. Doch wehe, Mama bleibt mal stehen: dann bin ich gezwungen, mich ordentlich zu beschweren. Wenn ich mich schon kaum bewegen kann, sollte der Kinderwagen-Schieber das bitte schön tun.

Mein grosser Bruder und ich

Ob ich meinen großen Bruder als Vorbild sehe? HALLO? Er ist ja streng genommen gar nicht mein großer Bruder, sondern 5 Minuten jünger als ich. Dass er trotzdem einige Zentimeter länger gewachsen ist, liegt wohl daran, dass er besser an der Flasche ist. Schließlich wiegt er auch ganze 1,2 Kilo mehr als ich. Du wunderst dich, warum wir als Zwillinge so unterschiedliche Körpermaße haben? Naja ganz einfach, weil mein Bruder nicht so häufig trainiert, wie ich. Naja, ich gebe zu: ich habe einen sehr guten Stoffwechsel, aber Sport gehört für mich einfach dazu. Der Chiller beschäftigt sich dafür mit anderen Dingen, wie zum Beispiel dem „Öröööö“ tröten oder damit Mama anzustrahlen. Ich gebe zu, darin hat er einen kleinen Vorsprung – kein Wunder: ich habe ja auch wenig Zeit! Aber das wird bei mir auch noch. Ich schaffe immerhin schon ein „Ääääää“ oder „Aaaaa“ und Grinsen kann ich auch super.

Doch trotz unserer unterschiedlichen Interessen und Talente sind Levi und ich echte Bros! Er ist halt immer da und wir teilen alles miteinander. Auch wenn ich Mama oder Papa natürlich gerne mal für mich habe und es genieße, wenn die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet ist. Ich muss schon sagen, der große, dicke Bruder ist schon echt dufte. Wir quatschen viel miteinander – auch wenn es bei ihm anders klingt als bei mir – und für nen Handshake ist er auch immer zu haben. Ist schon echt cool so ein Zwillingsleben. Man ist nie alleine und hat immer einen Spielkameraden. Vielleicht kann ich ihn ja demnächst mal dazu überreden, bei meiner Choreo mitzumachen und mir dafür ein bisschen „Örööö-Training“ zu geben. Dann wären wir das perfekte Duo und bereit für die großen Bühnen dieser Erde. Naja, vielleicht träume ich zu viel. Erstmal reicht es uns ja schon, wenn wir Mama und Papa mit unserer Performance begeistern. Und das tun wir jetzt schon, das kann man an ihren stolzen Gesichtern sehen.

In diesem Sinne, bewegende Grüße vom Zappelzwilling

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