Doppelherzchen

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Schnuller, ja oder nein? Die große Nucki-Diskussion

Meine Zwillinge sind echt gechillte Jungs und ich kann mich definitiv nicht beschweren. Und doch bin ich der Meinung, dass wohl jede Mama irgendwann mal an den Punkt kommt, an dem sie sich fragt, wo der Aus- und An-Schalter für ihr Baby ist!?

Ich habe diesen Knopf beispielsweise gesucht, als Levi unter gemeinen Blähungen litt. Denn so sehr man die Kleinen auch liebt und man ihnen helfen möchte: irgendwann kommt der Moment, in dem die eigenen Nerven so blank liegen, dass man nicht mehr weiter weiss und an dem man sich eingestehen muss, dass es auch negative Seiten am Mama-Dasein gibt: Kein „mal eben“ mehr, kein „das machen wir dann ganz spontan, okay?“ und vor allem kein „Ich mach dann mal so wie ich Lust habe!!“ – alles bedarf Planung und auch die hilft oft nicht, denn die Jungs haben ihr eigenes Timing und ihren eigenen Kopf.

Wenn Lasse beschließt, dass es nun Zeit für die nächste Milchration ist, dann schreit er von jetzt auf gleich so sehr, dass man sich fühlt wie eine Rabenmutter, die ihr Kind verhungern lässt – so wild ist es natürlich nicht und wenn er dann nur 50ml trinkt, fühlt man sich auch ein wenig verascht – ABER: man rennt natürlich. Und zwar sofort. Die Jungs haben Mama fest im Griff und können sie springen lassen, wie sie wollen. Nicht, dass man das nicht gerne tut, aber wie schon erwähnt: man würde auch nicht „Nein“ sagen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, das ganze gechillter anzugehen. Und das ist eben der Punkt: es gibt eine Möglichkeit… den Schnuller!

Meine Hebamme war damals total entsetzt, als sie den Schnuller in der Wiege liegen sah und machte direkt klar, dass sie absoluter Gegner ist. „Ähhhhh, ja, ich dachte doch nur… weil Levi doch so gebrüllt hat die ganze Nacht… wegen der Bauchschmerzen… und der Nulli hat ihn beruhigt… aber ääääähhhhh, natürlich nur ne Ausnahme….“ stammelte ich vor mich hin und bekam ein total schlechtes Gewissen. Und danach ging das Gegrübel los… „hab ich nicht bei den anderen Babies auch Schnuller gesehen? Oder waren die älter? Hmmm… neeee, oder doch?!“ Aber warum eigentlich keinen Schnuller? Meine Hebamme begründete es damit, dass die zusätzliche Saugquelle die kleinen Pupser irritiert. Schließlich bekommen sie ja nun schon beides: meinen persönlichen Mama-Nippel und den Flaschen-Sauger, um sich ihre Tagesration an Milch zu sichern. Ein weiterer Sauger wäre nicht gut für die Jungs, weil sie dann eben noch mal was anderes im Mund haben, aus dem vor allem keine Nahrung kommt. „Wenn ihr nicht auf einen Nucki verzichten wollt, dann bitte erst ab 6 Monaten“ wurde uns empfohlen und somit hielt ich mich daran auf den „Schrei-Ausschalter“ zurückzugreifen – schweren Herzens versteht sich, denn so gemein es klingt: es tut schon gut, wenn man ab und zu mal nen Stöpsel reinstecken kann.

Doch dann kam der nächste Schub und der Zappelzwilling drehte so auf, dass ich dachte, er würde hyperventilieren, wenn nicht sofort etwas passierte… und schwups, griff ich in meiner Not wieder zum Nulli, der in Reichweite lag (wir haben nicht mal welche gekauft, sondern stets geschenkt bekommen). Siehe da: absolute Ruhe und das Beste – der kleine Mann beruhigte sich total und schlief selig ein. Neben dem schlechten Gewissen kam allerdings diesmal die Frage in mir auf? Warum soll ich auf eine so tolle Hilfe verzichten? Der Schnuller beruhigt den Zappler komplett und hilft ihm vor dem Einschlafen herunterzukommen. Sein Bruder hingegen nimmt ihn nur, wenn er wahnsinnigen Hunger hat – als Einschlafhilfe funktioniert das bei ihm nicht. Er spuckt den Schnuller sofort wieder aus. Also was tun? Schnuller, ja oder nein?

Ich recherchierte und hörte mich um: „sag mal, hat dein Kleiner eigentlich nen Schnuller oder versucht ihr auch, ohne ihn auszukommen, wegen der Saugverwirrung?“ Die Antwort viel sehr überraschend aus: fast alle im Bekanntenkreis hatten es zumindest versucht die Kinder mit dem Schnuller zu beruhigen. Einige Kids wollten den Sauger von sich aus nicht, andere bevorzugten lieber den Daumen (was ja in meinen Augen vieeeeeeeeel schlimmer ist, denn den kann man ihnen nicht wegnehmen)! Und auch die Theorie „Saugirritation“ schienen die wenigsten schon mal gehört zu haben. Einigen wurde der Schnuller sogar bereits im Krankenhaus gereicht und empfohlen – was ja selbst ich als Leihe für etwas verfrüht halte.

Ich war tatsächlich verwundert über die Erfahrungen der anderen, denn ich halte viel auf die Aussagen meiner Hebamme und war mir einfach unsicher. Aber nachdem ich von so vielen gehört habe, dass sie sich die Möglichkeit auf „schnelle Beruhigung“ auch nicht nehmen lassen, bekommt der Zappelzwilling ab und zu den Schnuller. Er liebt die Ausführung von MAM, die Sauger haben, welche dem natürlichen Nippel sehr ähnlich sind. Selbstverständlich stecke ich ihm das Teil nicht den ganzen Tag in den Mund, sobald er einen Mucks von sich gibt (Hallo!? ;-)), aber zum Einschlafen und bei Ausflügen zur Beruhigung muss sein Affe mit (wir nennen den Nucki so, weil er ein gaaaanz großartiges Schnullerbändchen mit Affen geschenkt bekommen hat). Der Chiller Levi hingegen stört sich eher an dem Plastik-Teil, schließlich steht er mehr auf die Variante, bei der auch Milch herauskommt (verarschen lässt sich unser Moppel definitiv nicht). Aber ab und an, wenn es wirklich nötig ist, will selbst er sich mit der NUK-Ausgabe in den Schlaf lutschen.

Mein Fazit ist: ich nutze den Schnuller, wenn es wirklich nötig ist. Bei dem Zappler eben häufiger als bei seinem großen, jüngeren Bruder. Denn der braucht ihn einfach nicht. Das Trinken klappt nach wie vor. Sowohl an der Brust wie auch aus der Flasche – keine Saugverwirrung in Sicht und seitdem sind nicht nur unsere Jungs, sondern auch Mama noch gechillter, als sowieso schon. Wir genießen das Zusammensein, das tolle Frühlingswetter, das nun kommt und die vielen neuen Herausforderungen, die wir mit Bravur meistern. Mir ist bekannt, dass es zu Sprach-Verzögerungen kommen kann, wenn das Kind stets einen Schnuller im Mund hat. Aber wie schon erwähnt: meine Jungs sollen auch nicht den ganzen Tag ihren Nucki im Mund haben (wie sieht das denn aus? Das sollen schließlich echte Männer werden), sondern bekommen ihn nur in „Notfällen“.

Was sagst du zur großen Nucki-Diskussion? Bist du Pro- oder Contra? Und mit welcher Begründung? Ich bin gespannt auf deine Meinung zu dem Thema und bin gespannt, ob ich in Sachen Schnuller noch mal umgestimmt werde oder weiterhin nach meiner Schnuller-Theorie lebe.

Vielen Dank für deine Zeit und deine Teilnahme an der Diskussion, wünscht

Janna mit Lasse & Levi  

 

 

 

8 Discussions on
“Schnuller, ja oder nein? Die große Nucki-Diskussion”
  • Hallo Janna,

    für mich stand schon vor der Geburt fest, dass unsere Maus einen Schnuller bekommt. Ich habe sogar selbst welche gekauft, in der Hoffnung, dass sie diese akzeptieren würde. Leider musste sie die ersten Tage auf der Intensivstation verbringen und hatte da bereits am zweiten Tag einen Schnuller im Mund. Wir sind nicht gefragt worden, ob das ok ist…

    Ich finde generell Schnuller besser als den Daumen, da man sie 1. wegnehmen kann und sie 2. deutlich weniger Schäden anrichten. Aber unsere Maus bekommt ihn auch nur in besonderen Situationen und sie will ihn auch oft gar nicht.

    Von wegen Saugverwirrung: ich habe anfangs gestillt, zusätzlich bekam sie das Fläschchen (mit zwei verschiedenen Säugern) und den Schnuller. Kein Problem. Zuhause dann andere Schnuller und Sauger, auch kein Problem. Vielleicht haben wir da Glück, aber ich denke, man kann sich auch verrückt machen.

    LG Stephi

    • Klingt doch super! Dann scheinst du dir also schon viel früher darüber Gedanken gemacht zu haben als ich 😉 Schön, dass alles so gut klappt und du ähnlicher Meinung bist wie ich. Ganz liebe Grüße, Janna

  • Ich seh das so wie du. Wir haben wegen der Saugverwirrung drei Wochen gewartet und da keine Verwirrung kam,hat der Schnuller treue Dienste geleistet. In Maßen. Und ich sehe das echt entspannt, beim großen Bruder hab ich auch mit mir gerungen,Marken verglichen undundund. Aber der Schnuller ist ne super Sache für manche Kinder. Was ich aber immer auf Rat einer Zahnarztfreundin gemacht habe,nicht auf die riesen Schnuller umgestiegen. Nippel wachsen ja auch nicht mit.

    • Hahahaha, das stimmt – zumindest nicht, wenn sie nicht komplett ausgeleihert werden 😉 Nene, nur die kleinen Größen! Und Marken: hab das genommen, was wir da hatten (MUM und NUK) und jeder hat eben seine Lieblingsmarke gefunden… Also alles ganz entspannt. Danke für dein Kommentar und weiterhin alles Gute für dich und deine Familie!

  • Ich bin ebenfalls voll bei deiner Theorie…wir haben anfangs zur Beruhigung den kleinen Finger genommen! Nach 3-4 Wochen sind wir dann auf Schnuller umgestiegen! Unsere Kleine liebt ihren Schnuller ebenfalls mehr als der Coole! Wenn sie sich damit selbst beruhigen können und somit in den Schlaf finden, ist es doch ok! Bei uns gibt es den Schnuller ebenfalls nur zum schlafen, im Auto und wenn es Situationen gibt, wo nichts anderes mehr hilft!
    Daumen finde ich ebenfalls viel, viel schlimmer!
    Unsere Hebamme hat mich ebenfalls schief angeguckt und ein paar Wochen, war sie dann voll unserer Meinnung und hat dann gemeint, gut dass sie den Schnuller nehmen….
    Mir würde gesagt, dass man immer im Hinterkopf haben sollte, dass ein Schnuller ein Tröster ist und auch nur als diesenZjm Einsatz kommen sollte!
    Also ich bin auf weitere Diskussionen und Geschichten gespannt! Alles Liebe Susanne

    • Das mit dem kleinen Finger hab ich auch anfangs gemacht. Bis ich Levi dann versehentlich dolle weg getan hab, weil mein Nagel etwas zu lang war (wer hat schon Zeit für Maniküre?! ;-)) Von daher: bin so glücklich wie es jetzt ist mit Nulli und freu mich, dass ich mit meiner Theorie nicht alleine dastehe. Thanx for compliments – es werden garantiert noch viele Stories und Diskussionen folgen. Ganz liebe Grüße, Janna

  • Hey Jana,
    wir wollten bei Fyn und Lasse am Anfang am liebsten keinen Schnuller, aber auf der Intensivstation hatten sie einfach einen bekommen. Wir bliebn also dabei, aber nur zum Einschlafen oder zur Beruhigung. Wir bieten den Schnuller an und wenn er nicht gewünscht ist, dann ist auch gut. Fyn hatte am Anfang große Schwierigkeiten abends runterzufahren, da war der Schnuller echt wichtig für ihn. Mittlerweile benötigt er ihn sehr selten.
    Ich finde, man sollte auf sein gefühl hören, ob die Kleinen einen Schnuller brauchen oder nicht. Jeder ist anders und jeder sollte für sich den richtigen Weg finden.
    Viele Grüße Katja

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