Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Zwischen Freude und Schiss – morgen wird die Zwillingsgeburt eingeleitet

Momentan fühle ich mich, wie ein kleines Kind vor Weihnachten: nur noch 1x schlafen und dann wartet die große Bescherung. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Christkind bei uns an Heiligabend immer pünktlich um 17Uhr kommt und die Geschenke bringt – ob die Zwillinge sich auch an solch einen strikten Zeitplan halten, wage ich leider zu bezweifeln. Und doch gibt dieser Termin zur Einleitung morgen ein gewisses Maß an Sicherheit. Dann bin ich stets unter Beaufsichtigung, es wird aktiv etwas getan, damit es losgehen kann und man weiß, dass man diesen Ort garantiert nicht ohne Babies im Arm verlässt – denn drin geblieben ist bis jetzt noch keins.

Geplante Kaiserschnitte werden immer beliebter

Wenn ich so darüber nachdenke wird mir auch klar – oder sagen wir „klarer“, warum die Kaiserschnittrate in den letzten Jahren so rasant nach oben geschossen ist: wir leben in einer Welt, in der man fast alles planen kann, bis auf die natürliche Geburt (und auch die kann man ja schließlich anstupsen, wie in meinem Fall). Da ist es natürlich praktisch, wenn man seinen Kaiserschnitt Termin so einfach wählen kann, als würde man zum Zahnarzt gehen. In Amerika ist das ja bereits gang und gäbe… Die machen sogar Werbung für diese geplante Art der Geburt und erklären den Frauen, dass man damit seinen „Liebeskanal“ nicht beschädigt – sorry, aber die spinnen die Amis 😉

Meine Meinung: wenn jemand Angst hat oder sehr viel Scham verspürt, dann ist ein geplanter Kaiserschnitt völlig okay. Schließlich ist eine spontane Geburt mit viel Ungewissem verbunden und natürlich kann es immer zu Komplikationen kommen – gerade bei Zwillingen. Aber ich denke mir, der liebe Gott hat sich schon was dabei gedacht, als er die Frau so bestückt hat, wie sie nunmal ist. Und somit sollte man der Natur eine Chance geben, wenn nichts dagegen spricht. Auch wenn das manchmal mit nicht so schönen Dingen verbunden ist, wie Ungewissheit, Schmerzen und unangenehmen Körperflüssigkeiten.

Der Wassermann, der macht das schon

Wie sagt man? „Der Wassermann ist besonders freiheitsliebend?“ Na davon kann ich gerade noch nichts merken. Da treffen schon eher die Charaktereigenschaften „neugierig und wagemutig“ ein. Denn die gelten definitiv für mich als Wassermann Mama. Klar, hab ich ein bisschen Schiss. Aber die Freude und vor allem die Ungeduld überwiegt – zumal ich felsenfest davon überzeugt bin, dass man eh nicht viel mitbekommt, wenn es erstmal soweit ist. Insgeheim bilde ich mir ein, dass es ist wie bei der Hochzeit: die Party geht los und … schwups, ist sie auch schon wieder vorbei – ohne, dass du im Detail sagen könntest, was eigentlich alles passiert ist. Man ist wie in einem Rausch: quatscht hier mit Freunden, wirft dort den Brautstrauß und lässt sich irgendwann noch Torte schmecken (und klar, man betäubt sich sicherlich auch mit Alkohol, aber der Rausch, den ich versuche zu beschreiben ist anders gemeint).

Mir wurde gesagt, es kann alles passieren – vielleicht nehme ich eine viertel Tablette und schwups setzen die Wehen ein wie ein Orkan. Vielleicht muss ich erst die halbe Packung mampfen, bis sich überhaupt irgendwas regt. Und im schlimmsten Fall kann ich so viel davon in mich hineinstopfen, ohne dass die Twins sich gen Ausgang bewegen. Dann hab ich Pech gehabt und es wird doch das Skalpell gesetzt. Ist dann eben so – kann man nix machen. Ich gehe allerdings einfach davon aus, dass die Schmerzen irgendwann kommen, ich schniefen und schnaufen werde wie ein Walross und dabei alles um mich herum vergesse. Dann interessiert es mich sicherlich nicht mehr, ob ich Michi beim „Veratmen“ die Finger abklemme, versehentlich in die Badewanne pupse oder für eine Schar von Ärzten, Hebammen und Praktikanten den lebendigen Tag der offenen Tür im Intimbereich darstelle. Hauptsache meine Jungs kommen da heile raus. Wie ist mir mittlerweile egal. Wann allerdings nicht mehr – ich gebe euch noch höchstens 2 Tage Grammy Boys. Dann wird Gekuschelt, Geknuddelt und Geknutscht was das Zeug hält.

In diesem Sinne, bis bald zu viert.

Deine Janna  

 

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