Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Kleine Schmökerstunde gefällig?

LucieMarshell
Ein ehrlicher Schwangerschaftsroman von Leonie Jakobs
Jackpot ein Buch über Zwillinge
RachelMacy

Neben dem ganzen digitalen Gelese und Getippe am Tag, freue ich mich abends oft auf ein klassisches, ehrliches Buch. Also kein E-Book Reader oder App-Text, sondern echtes Papier zwischen den Fingern, meine Kuscheldecke auf dem Sofa und einen leckeren Tee dazu. Klar, im Sommer verlagere ich das Ganze natürlich auf den Balkon oder den Park und statt warmen Tee gibt es einen köstlichen Drink wie zum Beispiel diesen hier: Lieblings-Sommerdrink :-). Klar, viel Zeit bleibt dafür nicht und oft bin ich auch einfach zu k.o. vom Alltagsstress, aber seit meiner Schwangerschaft versuche ich regelmäßig eine Schmökerstunde einzulegen, um neben faktischen Dingen über die Schwangerschaft auch mal an anderen Erfahrungen teilzuhaben. Sehr gelacht habe ich dabei, bei meinem aktuellen Lieblings-Schwangerschafts-Roman:

 

Platz 1: auf high heels in den kreisssaal

LucieMarshell

Die Autorin Tanya Neufeldt ist Schauspielerin und schreibt als Lucie Marshall den gleichnamigen Blog sowie eine regelmäßige Kolumne in dem Magazin „freundin“. Den habe ich nach der Lektüre des Buches natürlich auch unter die Lupe genommen und kann nur sagen: ich mag ihren unbeschwerten Schreibstil. Es wirkt nicht zu gekünstelt oder gezwungen (obwohl sie ja quasi unter einem Decknamen schreibt und sich die Freiheit nimmt, einige Dinge ihrer Phantasie zu überlassen) und man kann es gerade nach einem stressigen Büro-Alltag einfach mal so weg lesen. Klar habe ich dieses Buch nicht gelesen, um mich intensiv auf mein Leben als Mutter vorzubereiten oder Antworten auf eventuelle Fragen zu erhalten, sondern um einen Eindruck davon zu bekommen, wie moderne Mütter so ticken. Denn alles, was ich nicht werden will ist eine absolut perfekte „Übermama“, die ihr Kind nur mit Dinkelfraß füttert und versucht, es mit allen Mitteln zu fördern und zu bevormunden. Gerade deswegen finde ich das Augenzwinkern in dem Buch „auf High Heels in den Kreißsaal“ und das auf die Schippe nehmen des Mutterseins so toll und fühle mich in meiner Denkweise von Tanya Neufeldt alias Lucie Marshall bestätigt. Danke Lucie 🙂

 

Platz 2: ein ehrlicher schwangerschafts-roman

Ein ehrlicher Schwangerschaftsroman von Leonie Jakobs
Zu meiner 2. Schwangerschaftslektüre „Schön macht’s nicht, aber glücklich“ muss ich sagen: unterhaltsam geschrieben aber irgendwie fehlt die Story. Klar in einem Buch, das sich „ehrlicher Schwangerschaftsroman“ nennt, ist die Geschichte schon vorangekündigt – allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man das Ganze wirklich „ehrlich“ nennen sollte. Und das, obwohl ich bei einigen beschriebenen Schwangerschaftsproblemchen mitfühlen konnte und auch zu einigen erwähnten gesellschaftlichen Vorurteilen nicken musste. Dennoch finde ich das Buch an vielen Stellen etwas übertrieben, denn es erfüllt wirklich jedes gängige Klischee, das zur Schwangerschaft kursiert. Von der Harfe spielenden Yogalehrerin, die ihre Schülerinnen dazu animiert die Gebärmutter anzulächeln (ich hab ja nun schon ein paar mehr Kurse hier in Hamburg ausprobiert, aber unsere Plazenta oder das wundervolle Wunder musste ich noch nie anlächeln), über die Bestechungsversuche verzweifelter Eltern, die mit Kuchen und anderen Nettigkeiten versuchen einen Kita-Platz zu bekommen, bis hin zu Rockkonzerten in Stützstrümpfen ist alles vorhanden. Die Kita-Sache kann ich zwar noch nicht beurteilen, dennoch denke ich, dass an vielen Stellen dick aufgetragen wurde. Fazit: für einige Lacher hat es definitiv gesorgt, meine Angst vor der Geburt ist nun nicht gerade geringer geworden und von Herzen empfehlen würde ich das Buch auch nicht.

 

Platz 3: Jackpot! Zwillinge?!

Jackpot ein Buch über Zwillinge

Schwangerschaftsratgeber findet man haufenweise – sucht man allerdings gezielt nach Zwillings-Literatur fällt das Angebot schon deutlich schmaler aus. Nicht, dass ich mich über gute Schwangerschaftsbücher freue und dann einfach alles mal 2 nehme, aber so einige Fragezeichen im Kopf bezüglich „Riesen-Bauch, Geburt, Stillen etc.“ wollte ich dann doch spezieller angehen. Leider hab ich mich von dem witzigen Auftritt des Buches ein wenig blenden lassen und nicht weiter recherchiert, worum es genau geht. Letztendlich ist es ein Fragenkatalog, auf den 2 Expertinnen (eine Zwillingsmutter und eine Hebamme) Antworten geben. Klar, gibt es einige interessante Punkte, die persönlich erklärt werden und die einen als Schwangere gut abholen, auf viele der Mythen kennt man jedoch bereits die Antwort oder sollte sie als werdende Mama bereits wissen 😉 Witzig finde ich die Scribbels, die sich durchs Buch zeihen und die andere Art der Aufmachung, da alles in einer Art Interview geschrieben ist. Allerdings habe ich das Buch nicht am Stück gelesen, sondern mir die interessanten Facts rausgepickt, die für mich relevant sind. Fazit: zum „mal reinschauen und hier und da Artikel lesen“ gut geeignet. Leider hatte ich mir mehr davon versprochen und war somit ein bisschen enttäuscht.

 

Platz 4: Der Tag an dem ich aufhoerte „beeil dich“ zu sagen

RachelMacy

Was soll ich sagen. Gekauft habe ich mir das Buch noch vor der Schwangerschaft, um den Alltag stressfreier zu gestalten und achtsamer durchs Leben zu gehen. Denn ich gehöre einfach zum Typ Mensch, der gerne viele Dinge auf einmal macht (schließlich sind wir Frauen Multi-Tasking-Talente), sich leider auch mal viel zu viel vornimmt und sich dann unter Druck setzt, um es allen Recht zu machen. Das „Hands Free“ Konzept der amerikanischen Autorin Rachel Macy Staffords soll genau das Gegenteil bewirken: nämlich den Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben zu lenken und sich von Smartphone, Laptop und Tablet zu lösen, um nicht ständig abgelenkt zu sein. An sich ja ein echt guter Gedanke und sicherlich auch erstrebenswert, komplett für seine Kids da zu sein und nicht nur aufs Smartphone zu glotzen! Aber ich denke, man kann beides miteinander verbinden und auch Bloggerin sein ohne als Smombie durchs Leben zu gehen. Vielleicht sage ich das aber auch jetzt, weil ich es nicht besser weiss und erstmal heulend vor 2 schreienden Babies stehen muss, um zu merken, dass ich überfordert bin und nicht alles unter einen Hut bekomme. Mir war das Buch jedenfalls viel zu übertrieben: der Grundgedanke ist natürlich gut, aber auch nicht neu und die einzelnen Ratschläge erscheinen mir nicht gerade alltagstauglich. Wer weiß, vielleicht greife ich in ein paar Jahren noch mal zu dem Buch. Bis dahin werde ich allerdings nicht jegliche Medien aus meinem Leben verbannen und trotzdem versuchen, jeden Moment zu genießen und mir Zeit für mich und die wichtigen Dinge zu nehmen.

Das ist nur meine bescheidene Meinung zu den einzelnen Büchern – selbstverständlich solltest du dir ein eigenes Bild machen. Aber vielleicht helfen dir diese Rezensionen bei der Wahl der nächsten Lektüre 😉

Ich wünsche dir jedenfalls viele schöne Schmökerstunden und gemütliche Abende

Deine Janna  

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