Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Ein echter Zappelzwilling

Nachdem wir uns von dem ersten Schock erholt haben und überzeugt davon sind, dass es viiiieeeeel mehr Pros für Zwillinge gibt, als Contras – hallo? Ein Baby kann ja schließlich jeder – beginnt das Warten auf den nächsten Ultraschall und der Alltag mit kleinen Blaubeeren im Bauch. Die Größe verrät mir die geniale App Pregnancy+, die ich jetzt jeden Tag öffne, um mich über den Fortschritt meiner Kleinen zu informieren. Schon jetzt habe ich ein ganz schön rundes Bäuchlein, dass von Woche zu Woche wächst und selbstredend noch mit Schlabber-Shirts und Latzhosen überdeckt wird – der weite Hiphop Look liegt bei mir halt gerade wieder voll im Trend und es scheint soweit keinen zu stören.

DER ERSTE VERDACHT und MEINE schlechte Reaktion

Zwei Wochen später passiert es dann: ich stehe gerade in der Agentur-Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen und nehme angelehnt an einen Stehhocker einen tiefen Schluck. Der Sommer ist endlich zurück und ich habe mich am Morgen für ein kurzes aber dennoch weites Kleid entschieden, das gut kaschiert – dachte ich zumindest. Denn plötzlich bekomme ich einen Klapps von einer Kollegin, die mit Augenzwinkern auf meinen Bauch zeigt und fragt: „Oh, wächst da etwa was?“… „Was hat sie da gerade gesagt?“ Mein Hirn läuft auf Hochtouren und meine Reaktion ist natürlich wahnsinnig geistreich: Erst verschlucke ich mich am Wasser, dann werde ich rot und danach erkläre ich meiner Kollegin verlegen „Häääää??? Neeee, wie kommst du denn darauf? Das ist das gute Frühstück von Carlos! Und wenn ich ganz ehrlich bin, leide ich volle Kanne unter Verstopfungen! War schon 3 Tage nicht mehr auf dem Pott!“ Ein Glück, scheine ich meine Rolle doch nicht soooo schlecht dargeboten zu haben (in mir schlummert eindeutig ein Schauspieltalent, dass nur noch entdeckt werden muss ;-)), denn meine Kollegin geht voll drauf ein: „Ach echt? So eine Kacke… das kenn ich nur zu gut! Musst du Leinsamen essen oder Chiasamen ins Müsli rühren. Schmeckt gar nicht so schlecht und hilft wirklich!“ Ich nehme ihren Rat nickend an und trinke gleich noch ein Glas Wasser hinterher – Ex oder Arschloch versteht sich. „Puh, gerade noch mal gut gegangen“, denn wenn ausgerechnet diese Kollegin davon Wind bekommt, weiss es sicherlich bald die ganze Agentur. Süß aber peinlich ist dann kurz danach ihre fürsorgliche Geste – denn nur eine halbe Stunde später steht sie neben mir am Platz und überreicht mir verschwörerisch lächeln vor allen Kollegen eine Art Einlauf. „Probier das mal, das hilft garantiert – ist auch rein pflanzlich!“ Auch wenn ich im Boden versinken möchte, wäge ich ab „was ist besser? Dass meine Kollegen denken, ich kann nicht vernünftig in die Schüssel drücken (und das ist ja leider durch die Hormone gar nicht so gelogen) oder, dass sie wissen wie es um meine kleine Punze steht?“ Ich nehme den Einlauf dankend an und versichere meiner Kollegin, dass ich ihn direkt mal ausprobieren werde.

ENDLICH IST ES SOWEIT: ultraschall woche 11

Nach weiteren 3 Wochen und einigen Berichten über die enorme Verbesserung meines Stuhlgangs bei meiner Kollegin ist dann endlich die Wartezeit um und wir dürfen wieder zum Doc und nach den Twins gucken. Wir freuen uns wie kleine Kinder auf Weihnachten und sitzen ganz aufgeregt im Wartezimmer. Ein letztes Mal auf den Stuhl, denn beim nächsten Mal werden die Bildchen schon über meinen Bauch aufgenommen. Ich kraksel hoch und mein Mann stellt sich hinter mich, um den Screen gut im Blick zu haben. Schon geht’s los: der Doc schiebt den Ultraschall Stab rein und nimmt die Kleinen unter der Lupe. Es ist einfach wahnsinnig die kleinen Würmer zu sehen. Wie sie zappeln und mit ihren kleinen Füßchen hin und her wippen – naja zumindest der eine. Denn es ist wie bei Mama und Papa: einer ist hyperaktiv, der andere ganz gechillt 🙂 Aber das Wichtigste ist: beide sind topfit und quietschfiedel. Und vor allem sind beide exakt gleich groß – so wie es für das Alter genau richtig ist. Wir sind stolz wie Oskar und freuen uns, dass unsere Kleinen sich so gut machen. Und das Beste ist: die Zittermonate sind schon so gut wie um! Denn ab nächster Woche müssen wir uns nur noch ganz wenig Sorgen machen. Dann sind unsere Kleinen aus dem Gröbsten raus und das Risiko, dass Komplikationen auftreten viel geringer. Puh, eine Woche noch. Also 7 Tage, 168 Stunden und 10080 Minuten! Die halten wir nun auch noch durch ohne mit der Wimper zu zucken – das wäre doch gelacht. Und danach finden wir ganz bestimmt eine neue Sorgenquelle oder werden von tausenden Fragen gequält. So ist das einfach in einer Schwangerschaft. Da müssen wir jetzt wohl durch…

Alles Liebe wünscht,

Deine Janna  

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