Doppelherzchen

Der einfach, ehrliche Zwillingsblog.

Herzchen in Sicht – Ultraschall Woche 6

Puh endlich hat es geklappt: Ich bin schwanger! Die erste Reaktion: Freude, Jubel, Umarmungen und Willkommensgrüße an das mikroskopisch kleine Pünktchen in mir. Doch schon bald stehe ich da und denke nur noch … „und jetzt?“ … Obwohl ich eine halbe Ewigkeit darauf hin gefiebert habe und eigentlich super vorbereitet sein müsste, fühle ich mich mit einem Schlag komplett überfordert. Zudem tauchen diese zahllosen Fragen in mir auf, die mich von allen Seiten umzingeln und einquetschen: „Was muss ich denn nun als nächstes tun? Wie hoch ist das Risiko, dass etwas passiert und vor allem: wie muss ich mich verhalten, damit alles gut wird?“

 

UND SCHON HEISST ES „WEITER ZITTERN“!

Es ist wirklich komisch, aber statt den Zustand zu genießen und sich einfach nur freuen zu können, rutscht man in die nächste Zitterpartie – und das für die kommenden 3 Monate. Es nützt also nichts: mein Frauenarzt muss sofort aufgesucht werden, damit ich meinen ganzen Ballast an Fragen loswerden kann und er nach dem Pünktchen schaut, dass sich in meiner Gebärmutter eingenistet hat. Doch wie das Leben so spielt, ist der Doc gerade im Urlaub und ich muss mich wohl oder übel noch 1,5 Wochen gedulden – EINUNDHALB WOCHEN….. ahhhhh! Also quasi eine Ewigkeit.

Obwohl ich kurz vor’m Durchdrehen bin, sage ich mir „Ruhig Blut Janna, es wird alles in Ordnung sein“ und erinnere mich an meine weise Erkenntnis, aus der Kinderwunsch-Zeit: es nützt nichts sich verrückt zu machen, wegen jeder Kleinigkeit das Internet rauf und runter zu lesen und sich in Watte einzupacken: man kann das, was kommt nicht beeinflussen.

Und tatsächlich passiert erst mal gar nichts. Außer, dass ich mir einbilde, intensiver riechen zu können, das Bäuchlein durch die Progestan Tabletten leicht anschwillt und ich häufiger müde bin. Ansonsten ist alles wie beim Alten und ich versuche, mich bis zum Arzttermin mit allerlei Krempel abzulenken. Das gelingt gut, denn schwups sitze ich mit Michi im Wartezimmer der Frauenarztpraxis und fuchtel nervös an meiner Jacke herum.

 

Wenn 2 Herzchen schlagen und eins in die Hose rutscht  

Bequem ist so ein Stuhl beim Frauenarzt ja nicht gerade – aber auch daran bin ich durch die Hormontherapie gewöhnt. Neu ist allerdings, dass mein Mann daneben sitzt und wie gebannt auf den Monitor des Ultraschall-Geräts schaut. „Naja“, denke ich mir, „der wird noch ganz andere Dinge zu sehen bekommen, dagegen ist das hier ein Spaziergang“. Der Doc holt seinen Ultraschall-Stab heraus und führt ihn ein, um nach dem Mini zu gucken. Ein wahnsinnig berührender Moment – denn auch wenn man schon tausende Ultraschall-Bilder gesehen hat und eigentlich kaum etwas erkennen kann (wir reden hier schließlich von der 6. Schwangerschaftswoche) ist es das eigene Fleisch und Blut was da wächst. Absoluter Wahnsinn! Zumal in diesem winzig kleinen Pünktchen ein noch viel winzigeres Herzchen schlägt – und das unglaublich schnell.

Doch auch unsere Herzen heben im nächsten Moment ab und stehen kurz vor Stillstand – denn nun schwenkt der Doc seinen Ultraschallstab ein wenig nach rechts und siehe da: ein weiteres mini Herzchen schlägt. Es ist also eindeutig: Wir bekommen Zwillinge!

Einen Moment lang können wir es nicht fassen… Man sieht, wie wir beide zu Grübeln beginnen und das erste was mein Mann sagt ist: „Whuaaaaaaa 2 auf einmal! Wie geil ist das denn? Da brauchen wir definitiv ein neues Auto!“ ich bin sichtlich verwirrt über diese Gedankengänge, freue mich aber auch wahnsinnig. „Bei ’nem neuen Auto wird es garantiert nicht bleiben!“, schwirrt mir durch den Kopf, während ich vom Frauenarztstuhl rutsche und hinter der Umzieh-Trennwand verschwinde.

Liebe Grüße,

Deine Janna  

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